Die 1:12-Initiative will, dass der Staat künftig allen Firmen in der Schweiz ein fixes Verhältnis von 1:12 zwischen dem höchsten und tiefsten Lohn vorschreibt. Heute ist die Festsetzung der Löhne Sache der Unternehmer und ihrer Mitarbeitenden. Je nach Situation handelt ein Arbeitgeber den Lohn in einem Gesamtarbeitsvertrag mit den Gewerkschaften oder direkt mit dem Angestellten aus. Das hat sich bewährt und trägt zum Wohlstand der Schweiz bei, weil dadurch u.a. eine tiefe Arbeitslosigkeit herrscht.

Am 24. November 2013 geht es demnach um die Frage, wer in Zukunft über die Löhne entscheidet: Unternehmer, Angestellte und Gewerkschaften oder der Staat durch ein Lohndiktat. In der Realität würde eine Annahme dieser Neid-Initiative dazu führen, dass Unternehmen Stellen im Tieflohnbereich auslagern oder wegrationalisieren, um das staatliche Lohndiktat zu erfüllen. Das erhöht den Druck auf die tiefen Löhne. Leidtragende werden aber nicht nur weniger gut qualifizierte Mitarbeitende sein. Die Initiative kann auch zu einer generellen Senkung des Lohngefüges in einem Unternehmen führen. Denn sinken die obersten Löhne, sinken auch die Einkommen auf den Funktionsstufen darunter. Steuer- und AHV-Beitrags-Ausfälle wären ebenso die Folge. Das alles kann nicht im Interesse der Schweiz sein. Mit der 1:12-Initiative verlieren wir alle. Wir dürfen nicht vergessen: Über die Sozialversicherungen und die Steuern werden jährlich Milliarden von Franken von den besser Verdienenden zu den weniger gut Verdienenden umverteilt. So zahlen die zehn Prozent der Bestverdienenden rund 75 Prozent der direkten Bundessteuern. Ähnlich sieht es bei der AHV aus. Darum: Hände weg von sozialistischen Experimenten: Nein zur 1:12-Initiative!

Martin Thoma,
Trachslau SZ

20.11.2013 | 1907 Aufrufe