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Kommentar des Chefredaktors

Schachern um Bundesrats-Sitze
Kalkül der Komplotteure

Die täglichen Sensationsmeldungen über die neusten Ränke im Schacher um Sitze in der Landesregierung – wer ist ihrer nicht längst überdrüssig! Aber Akte zählt die Schmierenkomödie unzählbare – auch wenn sie von Widersprüchen nur so strotzen. Medialem Frohlocken, weil Blocher für seine Ständeratskandidatur praktisch keine einzige FDP-Stimme erhalten habe, folgt im selben Artikel die Zuordnung der gleichen FDP an einen SVP-dominierten «Rechtsblock» – nur weil Konkordanz-Windbeutel eine «neue Parteienlandschaft» benötigen für durchsichtige Sitzverteilungs-Spielchen. Gleichem muss jene imaginäre «Mitte» (die überall, wo sie Zünglein an der Waage spielen kann, der Linken zum Sieg verhilft) dienen, deren einzige Gemeinsamkeit ihr konsequenter Programmverzicht ist: Manipuliermasse für orientierungslose Schlagzeilen-Mischler in der Gerüchteküche für Bundesrats-Sitze.

Kann daraus ein Fundament für eine standhafte Schweiz in einem von schweren Unwettern bedrohten Europa entstehen – wo Euro-Staaten unter der untragbar gewordenen Finanzlast ihrer überdehnten Sozial- und Bürokratieapparate zusammenbrechen, woraus – nebst kaum noch verhehlter Gier auf gesunde Schweizer Franken – massiver Einwanderungsdruck auf unser Land resultiert?

Die Linke, deren unsere Unabhängigkeit torpedierenden Politik zwei Bundesrätinnen aktiv zudienen, führt im Schacher-Spiel Regie. Zwar ist auch für sie der EU-Beitritt derzeit tabu, nicht aber die erst von wenigen durchschaute «Einbindungs-Strategie» – Abschiedsgeschenk der nach Weltruhm dürstenden Micheline Calmy-Rey. Und die existentiell auf linke Stimmen angewiesene Eveline Widmer-Schlumpf schreddert die Unabhängigkeit des Finanzplatzes Schweiz mit dem (noch) eigenständigen Franken effizienter, als das jede SP-Banken-Initiative je zustande gebracht hätte.

Darauf fusst das Kalkül der SP, der Drahtzieherin der Blocher-Abwahl vor vier Jahren: Schleimend bieten die Linken der SVP den «berechtigten» zweiten Sitz im Bundesrat an – allerdings auf Kosten der FDP, nicht der ihnen auf Gedeih und Verderb hörigen Widmer-Schlumpf. Auf dass auch die SVP ins Lager der Konkordanz-Zerstörer wechsle und damit das Fundament soliden Regierens untergrabe.

Darüber berichten die orientierungslosen Medien mangels Weitsicht oder Ehrlichkeit nichts. Hoffentlich behalten einige andere den Durchblick.

Ulrich Schlüer

  

07.12.2011 | 2051 Aufrufe