Jeder irgendwo auf der Welt auftreibbare Jauchewagen wurde eingesetzt, als die Medien – vor wenigen Monaten – buchstäblich alles mobilisierten, um die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten zu verhindern. Offenbar viele Amerikaner zuckten ob der damals weltweit entfesselten, lärmigen Diffamierungskampagne nur die Achseln: Trump wurde – in demokratischer Wahl nach US-Verfassung – Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

Seither gibt es Berichterstattung zum Geschehen in Amerika nicht mehr – nur noch einen ungezügelten, frei von jedem Verstand und von jeder menschlichen Vernunft entfesselten Rachefeldzug. Die, die sich in den Wahlen so kapital verrannt haben, schlagen jetzt zurück. Sie, die Medien, werden ihre völlige Fehleinschätzung der US-Wähler weder sich selbst noch der Welt je eingestehen. Stattdessen erfinden sie von abgrundtiefem Hass auf Trump genährte Tiraden – eine nach der anderen.   

Grotesk: Sie, die sie den demokratischen Entscheid Amerikas geisseln, glauben uns Trump als «Gefahr für die Demokratie» buchstäblich an die Wand nageln zu können.

Die Demokratieverächter zielen freilich nicht bloss auf Amerika. Sie zielen auch auf die Schweiz, auf jenen Hort der Demokratie, wo – weltweit einzigartig – sogar die Volkssouveränität, die direkte Demokratie, das Mitentscheiden von Volk und Ständen selbst in Sachfragen in der Verfassung als Rechte aller Staatsbürger verankert sind.

Die gleichen, die gegen Amerikas Wahl losheulen, zielen skrupellos auch auf die hiesige Demokratie. Weil diese das Land «den Alten und den Dummen» ausliefere, womit ihnen, der (selbsternannten) Elite deren Ausverkauf an irgend eine imaginäre «Weltgemeinschaft» verbaut werde.

So schmähen sie – mit den Fluris, den Kreis’, den Thürers als Vordenker – hier wie dort die Demokratie. Als notorische – allzu oft allerdings ahnungslose – Bes- serwisser, die sich gegen ein selbstherrliches Funktionärsregime offenbar eher glauben durchsetzen zu können als gegenüber einem nüchtern abwägenden Volk. 

Auf Funktionärsherrschaft haben die Schweizer allerdings zuallerletzt Appetit.

Ulrich Schlüer