Wissen Sie, was Gender ist? Der Begriff ist wenigen bekannt. Gender übt aber seit Jahren einen weltweiten Einfluss aus. Geprägt wurde der Begriff erstmalig 1995 auf der 4. UNO-Weltfrauenkonferenz in Peking. «Gender» ist der englische Ausdruck für das «soziale Geschlecht», im Gegensatz zum biologischen Geschlecht. Es drückt die Vorstellung aus, dass Männer und Frauen sich nur deshalb unterschiedlich verhalten, weil sie von der Gesellschaft dazu erzogen werden.

«Gender Mainstreaming» (Gender Hauptströmung) soll eine Gesellschaft schaffen, welche sich an ihrem sozialen Geschlecht – und nicht mehr wie bisher an ihrem biologischen Geschlecht – definiert. Der biologisch-physiologisch definierte Mensch besteht naturgemäss aus Mann oder Frau. Nicht so der «Gender-Mensch». Er bestimmt selbst, ob er Mann oder Frau sein will, ob hetero-, homo-, bi- oder transsexuell. Über die UNO und EU soll Gender Mainstreaming in den Ländern eingeführt werden – auch in der Schweiz. Ob Frau Klee davon nichts weiss?

Jeder wird für sich selbst entscheiden, was er von dieser Entwicklung halten soll, wobei klar sein muss, dass auf der persönlichen Ebene kein Mensch aufgrund seines Geschlechts diskriminiert werden darf. Wenn Gender aber in die frühkindliche Erziehung eingreifen soll, muss Widerstand geleistet werden, wie dies auch in vielen Leserbriefen zum Ausdruck kommt.

Frau Klee distanziert sich von der Sexualerziehung im Kindergarten: Es ist ihr ein Rätsel, wie Leserbriefschreiber darauf kommen, das dies Bestandteil des Lehrplanes 21 werden soll. Auch die Inhalte des Grundlagenpapiers vom «Kompetenzzentrum  für Sexualpädagogik und Schule» in Luzern seien für den Lehrplan 21 nicht massgebend. Andererseits hat die Eidgenössische Kommission für Kinder- und Jugendfragen 2009 eine Broschüre herausgegeben «Jugendsexualität im Wandel der Zeit» (Seite 36):

«In allen Schulen in der Schweiz soll vom Kindergarten an das Thema Freundschaft, Liebe und Sexualität behandelt werden. […]; es ist für alle obligatorisch […].».

Abgesehen von den widersprüchlichen Angaben zur Einführung der Sexualerziehung im Kindergarten ist es nicht glaubwürdig, wenn ein teures Kompetenzzentrum für Sexualpädagogik eingerichtet wird (bisherige Kosten mehr als 1,3 Millionen Franken), dessen Arbeit aber nicht massgehend sein soll.

Deshalb hier ein Beispiel aus dem Grundlagenpapier (Seite 35), «Verhalten und Erleben bei Vierjährigen»: Entdecken der Sexualorgane als Quelle neuer Lustgefühle, Zeigelust und genitale Spiele u.a. Dies entspricht in keiner Weise den Bedürfnissen des Kindes. Der kindliche Hormonhaushalt verändert sich erst mit 11 bis 13 Jahren so, dass die Pubertät beginnt. Welchen Zweck sollte es haben, die Sexualität bei Kindern schon vorher zu stimulieren? Kinder brauchen vielmehr Eltern und Lehrer, die ihnen einen Halt geben, so dass sie einen eigenen Standpunkt entwickeln können. Die Schule muss und soll die Erziehung der Eltern unterstützen; eine obligatorische Sexualerziehung ist jedoch klar abzulehnen.

Gisbert Otto,
Stettfurt TG

 

01.09.2011 | 1934 Aufrufe