Auch wenn die keine Lohnobergrenze verlangende Abzocker-Initiative aus Wut angenommen wird oder der Gegenvorschlag in Kraft tritt, ist das Problem der als Belohnung freiwillig bezahlten Riesen-Vergütungen nicht gelöst. So dürfen die staatlich privilegierten, weniger der preisregulierenden Konkurrenz ausgesetzten Pharma-Konzerne dank hoher Medikamentenpreise ihre Manager weiter mit Boni von Millionen belohnen. Das ist im Verhältnis des erwirtschafteten Milliardengewinns ein Trinkgeld.

Und solange Banken weiter aus dem Nichts riesige Summen Kreditgeld schöpfen dürfen, damit sie gar mit Garantien durch den Staat zu Lasten der Stimmbürger Milliardengewinne ohne Wertschöpfung durch Spekulation und Investitionen erzielen können, dürfen auch diese Manager, von denen gierige Aktionäre 15 bis 25 Prozent Kapitalrendite fordern, weiter ihren «kleinen Anteil der Milliardenerträge» in Millionenbeträgen an Gehältern und Boni als Belohnte, (nicht als unrechtmässige Abzocker), erhalten. Prof. Dr. Martin Janssen, Uni Zürich, fordert, dass auch staatlich privilegierte Banken, Pharma und Versicherungen den Härten des Wettbewerbs ausgesetzt werden. Durch die erwähnte Aufblähung der Geldmenge verliert das Volk auf Ersparnissen Geld durch Entwertung, während die durch die Finanzwelt erworbenen Realwerte wie Gold, Liegenschaften, Firmen, im Werte steigen.

Was den verdienstvollen Kampf von Thomas Minder für die Rechte der Kleinaktionäre börsenkotierter Firmen betrifft, hat er gemäss der Zeitschrift «Bilanz» bereits gewonnen: Viele der zwar zu weit gehenden, ausführlichen Regelungen, die nicht in die Verfassung gehören, sind wirtschaftsverträglich in den Gegenvorschlag übernommen worden. Ständerat Minder kann den Gegenvorschlag, wenn er am 1.Januar 14 in Kraft tritt, nachträglich noch durch Anträge in seinem Sinn verbessern lassen und sich gegen die Abzockerei am Volk durch zu hohe Preise einsetzen. Darum stimme ich nein.

Emil Rahm,
Hallau SH

 

26.02.2013 | 1603 Aufrufe