(Replik zum Leserbrief von Hans Georg Braunschweiler, SZ Nr. 5/2017) .

Herr Braunschweiler behauptet: «Seit seiner Gründung ist Israel auf einem illegalen Expansionskurs auf Kosten Palästinas.» Ob einer solchen Aussage kann man nur den Kopf schütteln.

Tatsache ist: Nach der Erklärung von Lord Balfour (1917), in Palästina eine Heimstätte für die Juden zu errichten, wurde Grossbritannien vom Völkerbund ein diesbezügliches Mandat übertragen. «Palästinenser» nannte man übrigens alle Bewohner dieser Gegend. 1922 trennten die Engländer jedoch den östlich des Jordans gelegenen Teil – 77 Prozent der Fläche – ab, damit dort palästinensische Araber angesiedelt werden konnten. Aus dem Emirat «Transjordanien» wurde später das Königreich Jordanien.

Die am 26. Juni 1945 unterzeichnete UNO-Charta hat diese Gebiete formell garantiert. In den verbliebenen 23 Prozent («Cisjordanien», vom Jordan bis zum Mittelmeer) sollten also die Juden angesiedelt werden. Diese waren einverstanden. Die Araber, die immer noch dagegen waren, erzwangen jedoch einen erneuten Teilungsplan, der eine unmögliche Verstückelung des Territoriums zur Folge hatte.

Als am 14. Mai 1948 Ben Gurion die Unabhängigkeit Israels ausrief, griffen am nächsten Tag bekanntlich alle arabischen Nachbarn den jungen Staat militärisch an. Nach dem Waffenstillstand kamen Cisjordanien und Ost-Jerusalem unter jordanische und Gaza unter ägyptische Verwaltung, und zwar von 1948 bis 1967. Man hätte also 20 Jahre Zeit gehabt, einen (zweiten) Palästinenserstaat zu errichten. Stattdessen gründete Arafat 1964 die PLO, deren Charta (und natürlich auch jene der Hamas) nach wie vor die Vernichtung des jüdischen Staates verlangt.

Kaum war Ost-Jerusalem 1967 von den Israelis zurückerobert worden, erklärte der listige Arafat das während Jahrhunderten vernachlässigte Jerusalem plötzlich zur drittheiligsten Stadt des Islam – obwohl die Stadt seit 3 000 Jahren. Das Zentrum des jüdischen Glaubens war. In der Bibel wird Jerusalem über 600 mal erwähnt, im Koran kein einziges Mal.

Dr. Wolfgang Hebeisen, Villars-sur-Glâne

23.03.2017 | 9517 Aufrufe