Nein, die Schweiz leidet nicht an zu tiefen Steuern. Ihre wahre Gefährdung wird allerdings erst von Wenigen erkannt: Die ungebremst ins Uferlose wuchernden Bürokratie-Apparate werden sie auszehren: Kesb, Skos, Volksschul-Controlling-Bürokratie, Korrektdenk-Überwa
chungsstellen, Jauchekonsistenz-Kontrollorgane, Bewilligungs-Bürokratien zu auf zwanzig Seiten aufgeblähten Baugesuchen und so weiter und so fort. Funktionärs-Apparate, die sich alle reichlich aus Staatskassen salarieren und prämieren – ohne jede Wertschöpfung.

Kommentar "Spalte rechts"

Tragisch: Selbst die Arbeitgeber-Organe liessen sich in diese Geld ausspeiende Kontrollbürokratie einschweis-sen. Einst kämpften sie um Freiraum für Leistungsträger. Auf dass Unternehmer ihre Ideen Gewinn und Arbeitsplätze sichernd entfalten konnten. Heute sind diese Organe ins «tripartite Netz» der Kontrollbürokratie rund um die Personenfreizügigkeit eingespannt. Die Millionen aus dieser Kontrolltätigkeit sind längst unverzichtbare Haushaltspfeiler dieser einst für Freiheit kämpfenden Organe.

Wer sich dort als «Verantwortlicher» etikettieren kann, bezieht Lohn in einem Ausmass, das längst in keinem Verhältnis mehr steht zur von ihm erbrachten Leistung – gezeigt etwa im Abstimmungskampf vom 12. Februar. Eigentlich sind diese in die lukrative Kontrollbürokratie Eingebundenen zu jedem Ausverkauf elementarer Schweizer Interessen an Brüssel bereit. Für die Abstimmung vom 12. Februar glaubten sie, Werbe-Einflüsterern folgend, bloss hunderte Plakatstellen mit Schweizerkreuzen vollpflastern zu müssen, auf dass ihnen das Volk dann alles aus der Hand fresse. 


Man muss die Karrers, Rühls und Co. nicht entlassen, wie einige fordern. Man müsste ihnen die Löhne halbieren oder noch stärker reduzieren. Allenfalls würden sie dann erkennen, dass zuerst glaubwürdige Leistung zu bringen ist, bis unsinnig geerntet werden kann. Sie äffen ihre «Vorbilder» im tatsächlich noch schlimmer der Auszehrung verfallenen Brüsseler Bürokratiemoloch nach und merken nicht, dass Brüssel Europa in den Niedergang führt. Gefangen im Scheinglanz Brüssels übersehen sie, dass Aufstieg anderswo stattfindet: In Fernost, in den USA, neuerdings auch in England – wo Leistung und Freiheit zählen.

Wer geistig verfettet ist, verliert offenbar jede Orientierung.    

 

Ulrich Schlüer