Kommentar des Chefredaktors

Verantwortungsloses Schweizer Euro-Hilfspaket
Herr Hildebrands Karriere

Es ist ein Kompromiss von einmaliger Dimension, auf den sich die Mitte-Parteien mit der Linken gefunden haben: Die Mitte, also FDP, CVP und BDP stimmen – an der Ausgabenbremse vorbei – der Erhöhung der Entwicklungshilfe um sage und schreibe 800 Millionen Franken zu. Im Gegenzug gibt die SP ihren Widerstand auf gegen das Euro-Hilfspaket des Internationalen Währungsfonds im schwindelerregenden Ausmass von 18 Milliarden (bei genauem Rechnen mehrerer ineinander verschachtelter IWF-Begehren kommt man gar auf 31 Milliarden) guter Schweizer Franken. Der Weg – falls der Nationalrat die Kommissionsbeschlüsse übernimmt – wäre damit frei für die massloseste Verschwendung von Schweizer Währungsreserven in der Schweizer Geschichte. Verschwinden wird dieses Geld im bodenlosen Schuldensumpf der Euro-Länder.

 Der Mitte-Links-Kompromiss wurde gefunden auf höchstmöglichem Verschwendungsniveau. Da hat eine Mehrheit schlicht den Kopf verloren – die Haftung dafür überlässt sie den Steuerzahlern.

Unserer Finanzministerin, Eveline Widmer-Schlumpf, fällt sichtlich ein Stein vom Herzen: Die Schweiz stehe «endlich wieder einmal gut da in der Staatenwelt» – so äussert sie ihre Befriedigung. Ostentativ ausblendend, dass die Währungsreserven, die da verschleudert werden, Volksvermögen sind – erarbeitet in Jahrzehnten von fleissigen, ideenreichen, produktiven Unternehmern und tüchtigen Arbeitnehmern. Aber all die so masslos Geschröpften können kein einziges Wort sagen zu diesem Raubzug auf das von ihnen erarbeitete Volksvermögen…

Es sind noch andere Interessen in Spiel: Der IWF-Chef, der auf den Staatspräsidentensessel schielende Franzose Levi Strauss-Kahn weiss, dass französische Banken am verderblichsten in Spekulationsgeschäfte mit den dem Bankrott entgegentaumelnden Euro-Südstaaten verstrickt sind – mit sage und schreibe nahezu 750 Milliarden Euro. Diese Banken will er mit seinen Hilfsmilliarden retten – andernfalls wäre es vorbei mit seinen Träumen vom französischen Staatspräsidium. Und Herr Hildebrand, als Noch-Nationalbank-Direktionspräsident vehementer Befürworter des Einsatzes von Schweizer Währungsreserven für den fallierenden Euro, möchte offensichtlich vom Freund zum Nachfolger von Strauss-Kahn beim Währungsfonds werden.

Wenn solcher Ehrgeiz im Spiel ist, wird Volksvermögen zur Manipuliermasse der Politiker. Den Steuerzahlern überlassen sie die Haftung, wenn der Milliarden-Einsatz verloren geht.

Dr. Ulrich Schlüer

 

11.01.2011 | 2117 Aufrufe