Ideologie oder Gesangswettbewerb?

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Kommentar des Chefredaktors

Da hat also nun eine – oder einer? – gesiegt. Die – oder der – mit Bart. Ob sie – oder er – singen kann, scheint nebensächlich. Die Elektronik macht alles möglich. Der Sieg gilt ja nicht dem Gesang. Man müsse «den Durchbruch» feiern, ja vergöttern. Indoktrination des Medienkartells – Widerrede untersagt!

Offen gesagt: In welcher geschlechtsüberwindenden Gefühlslage sich Frau oder Herr Wurst (oder aber einfach Wurst, weil sie – oder er – geschlechtliche Einbindung ablehnt) wohlfühlt, ist uns so wurst wie ihr/sein Aussehen. Was mich indessen anekelt, was mir – biblisch gesprochen – «ein Gräuel ist», ist der uns von den Medien und den sie steuernden Ideologie-Funktionären apodiktisch auferlegte Zwang, dieses Wesen zu feiern, als hätte es uns den Aufstieg in eine höhere Sphäre der Menschheit geschenkt, in der die althergebrachte Schöpfung endlich der Entsorgung zuzuführen sei…

Da respektiere ich jenen Russen weit mehr, der mutterseelenallein gegen das Medienkartell anschwimmt und wagt, jenes Wort – «Dekadenz» – offen auszusprechen, das bereits Zuviele höchstens noch still für sich zu denken sich getrauen.

Ob sie – die zu feiernde «Dame mit Bart» – eine einmalige, kollektiver Hysterie entsprungene Tagesglosse ist? Gewiss nicht. Das (existierende!) «Schweizer Kompetenzzentrum für Menschenrechte» steht längst in den Startlöchern. Diese Gender-Funktionärinnen und -Funktionäre werden mit Sicherheit eine Ergänzung der gemäss Lehrplan 21 schon heute allen Schülern zugemuteten rund 4‘700 Kompetenzen um eine weitere durchsetzen, selbstherrlich zum «Menschenrecht» erklärt. Mit dem Wortlaut: «Die Schülerinnen und Schüler (abgekürzt «SUS») sehen sich in der Lage, angeleitet von Gender-Fachleuten, ihr eigenes Geschlecht zu relativieren».

Und allen Betrieben werden die Gender-Funktionäre zusätzliche Toiletten für «Mitmenschen in Ungewissheit ihres Geschlechts» aufzwingen. Und alle öffentlichen Verwaltungen, die aufgrund einer US-Studie bereits vierzehn Geschlechtsformen identifiziert haben, werden eine fünfzehnte zur Auswahl anbieten müssen: «Bartfrauen, die sich eventuell gar nicht als Frauen fühlen».

Auf dass diejenigen, denen ebenfalls das Wort «Dekadenz» in den Sinn kommen will, rechtzeitig obrigkeitlicher Umerziehung zugeführt und – falls sie dem Gender-Erfordernis nicht genügen wollen – gerichtlicher Aburteilung und Massregelung am öffentlichen Schandpfahl preisgegeben werden können.

Ulrich Schlüer

 

15.05.2014 | 2525 Aufrufe