Die seinerzeit von der SP-Aussenministerin Calmy-Rey deklarierte «aktive Neutralitätspolitik» war weniger ein Instrument zur Gestaltung nutzbringender Aussenbeziehungen als eine Rechtfertigung für medienwirksame internationale Auftritte.

Man erinnert sich an den peinlichen Fauxpas, den sie 2003 mit dem lächerlich inszenierten Grenzübertritt von Nord- nach Südkorea begangen hat. Internationalen Respekt erhält die Schweiz nicht mit solchen Inszenierungen, sondern mit einer diskreten, klugen Diplomatie. In diesem Sinn hoffe ich, dass der neue Bundesrat Ignazio Cassis der stillen Diplomatie zu einer Renaissance verhilft.

Martin Berger, Davos und Jumunjin/Südkorea

13.11.2017 | 11387 Aufrufe