Kürzlich liess die Grüne Partei verlauten, dass sie sich die Bildung zum Kernthema machen werde. Mit dieser Erklärung wurde gleichzeitig eine Initiative zur Förderung der Elternrechte ausländischer Eltern an den Volksschulen ankündigt. Man argumentierte mit Verbesserung der Schulqualität und in Form eines Elternbeirates für Kontaktverbesserung von Ausländer zwischen Lehrperson – Kind – Schulleitung und Schulbehörde.

Ist denn dieser Kontakt heute nicht gewährt? Setzten sich alle verantwortlichen Schulträger und Lehrkräfte nicht automatisch für eine gute Schule ein? Mit dieser Initiative wird wieder einmal mehr, sollte sie zustande kommen, ein Glied institutionalisiert, welches noch mehr Forderungen und eigenen Vorstellungen an unsere Volksschule und deren Unterricht stellt. Wieder einmal mehr steht die Lehrkraft dazwischen und weiss in dieser Vielfalt von „Dreinredner" bald nicht mehr, auf wen sie eigentlich hören soll.

Wieder einmal mehr wird etwas Unnötiges erfunden und damit den Lehrerberuf weiter belastet oder verunmöglicht. Nicht primär die Lohnvorstellungen sind schuld am Rückgang des Interesses am Lehrerberuf, sondern der Druck und die Ansprüche der Eltern, welche heute schon ob Ausländer oder Schweizer den Kontakt zu Lehrpersonen, Schulleitungen oder Schulpflege suchen können und die Anhörung auch jederzeit gewährt wird.

Der Schulbetrieb ist mit Schulgesetz und Lehrplänen sehr gut geregelt. Es braucht keine unnötigen und unsinnigen Ausdehnungen. Schon diese Idee zeigt auf, dass zwar in unseren Schulen Sinn und Zusammenhänge der grünen Natur näher gebracht werden, diese aber nie auch noch politisch grün gefärbt werden dürfen. Lassen wir den Lehrkräften endlich wieder die Freiheit im Unterricht, damit sie bei der Berufsausübung sich selber sind, dann haben wir einen grossen Teil der Schulqualität verbessert.

Richard Plüss,
Lupfig AG

 

06.04.2011 | 1111 Aufrufe