In der Neuen Luzerner Zeitung vom 24.04.2012 liess Oscar J. Schwenk, CEO der Pilatus-Flugzeugwerke Stans vernehmen, dass für das renommierte Unternehmen gute Zeiten in Aussicht stünden, würden doch Kaufverträge für 50 Trainingsflugzeuge PC-21 mit Saudi-Arabien und für 75 Maschinen des Typs 7 Mk II mit Indien vor dem Abschluss stehen. Das Auftragsvolumen wird auf total 1,4 Milliarden US-Dollar beziffert. Die Produktion für den Indien-Auftrag sei bereits vor zwei Monaten angelaufen und siebzig eingestellte Mitarbeiter hätten ihre Arbeit inzwischen aufgenommen. Es seien nicht weniger als fünf Monate Vollbeschäftigung zu erwarten.

Bei den Pilatus-Flugzeugwerken handelt es sich um den grössten Industriebetrieb und Arbeitgeber im Kanton Nidwalden mit einer Belegschaft von 1‘400 Leuten, wovon 100 Lehrlinge sind. Das in der Bevölkerung bestens verankerte Unternehmen ist für die Region von entscheidender wirtschaftlicher Bedeutung. Unter sehr tüchtiger Führung ist das Stanser Unternehmen zu einem Vorzeigebetrieb geworden. Ich konnte mich kürzlich im Rahmen einer Werksbesichtigung davon überzeugen, wie profimässig und branchenkundig in diesem Betrieb gearbeitet wird.

So dürften für die Stanser die Zukunftsaussichten eigentlich sehr günstig stehen, wenn da nicht immer wieder aus bekannt linken Kreisen Anstrengungen unternommen würden, der Firma das Wasser abzugraben. Versucht wird dies – gemäss Publikation der NLZ vom 25.04.2012 – auch bezüglich der anstehenden Grossaufträge, ist doch die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) an die Flugzeugbauer gelangt mit der Forderung, auf die anstehenden Grossaufträge zu verzichten. Begründung: Die Trainingsflugzeuge könnten mit Waffen bestückt werden und dann für militärische Zwecke zum Einsatz gelangen.

Zum Thema drängen sich folgende Fragen auf:

  1. Glaubt man denn in besagten Kreisen wirklich, dass bei einem Verzicht der Stanser auf die Lieferung der Flugzeuge diese lukrativen Aufträge nicht anderswohin vergeben werden?
  2. Ist es denn nicht absurd zu behaupten, dass diese bloss zu Schulungszwecken konzipierten Maschinen für Kampfeinsätze taugen?
  3. Ist es nicht so, dass mit solchen Schnapsbehauptungen die Existenz vieler Arbeitsplätze und das Auskommen für die Belegschaft in Frage gestellt werden?
  4. Wenn die Stanser Firma durch das Sabotieren ihrer Aufträge gezwungen würde, Stellen abzubauen oder gar die Produktion einzustellen, wer stürmt dann als erstes auf die Barrikaden und lässt ein Riesengehäul los? Ich denke, die Beantwortung dieser Frage kann der Leserschaft sehr wohl überlassen werden!

Martin Lang,
Hochdorf LU

16.05.2012 | 1506 Aufrufe