750 Franken betrage der Mindestlohn in Griechenland inzwischen. Renten sollen noch weiter gekürzt werden, so berichten die Medien. Es ist davon auszugehen, dass reiche Griechen ihr Geld oder zumindest Teile davon unversteuert auf unseren Banken angelegt haben. Diese Steuern würden aber dem griechischen Staat zustehen. Er hätte es bitter nötig. Die Leute müssen darben, frieren, hungern… Die Schweiz mit ihrem Bankgeheimnis ist daran mitschuldig.

Wachen wir endlich auf und geben wir zu, dass da ganz krasses Unrecht geschieht! Schaffen wir das Bankgeheimnis ab, es dient nur dem Steuerbetrug. Nichts Gutes, schon gar kein Segen, ist davon zu erwarten. Gott hat sich festgelegt, Betrug will er nicht. Ausserdem besteht ein universeller Konsens darüber. Doch die Schweiz will sich darüber hinwegsetzen, weil es ihr Reichtum bringt. Wie passt das bitteschön zu einem Wappen mit weissem Kreuz auf rotem Grund?

Staaten, um dringend benötigte Steuern zu bringen, ist nichts anderes als Korruption. In der Sendung «Doppelpunkt» nannte der Historiker Jakob Tanner wiederholt Unrecht, was mit dem Bankgeheimnis geschieht, und zu Recht bezeichnete ein Hörer uns als Hehler-Gesellschaft. Wir sollten uns in Grund und Boden schämen für diese Machenschaften. Warum tun wir es nicht? Weil uns das Geld so lieb – unser Gott – ist! Schuld sind nicht die Banken, sondern wir, das Volk, die wir für dieses unselige Bankengeheimnis gestimmt haben!

Ursula Lörcher,
Zürich

15.02.2012 | 1040 Aufrufe