Dass die Stimmbürger einiger Stadtgemeinden in der Deutschschweiz die Initiative gegen die Masseneinwanderung abgelehnt haben, wird von einigen Journalisten dazu benützt, einen Graben zwischen Stadt und Land auszuheben und zu behaupten, nur «Hinterwäldler» hätten dem Volksbegehren zugestimmt.

Ganz abgesehen von der Beleidigung des Schweizer Landvolkes als «Hinterwäldler» und «unliberal» übersehen sie dabei bewusst, dass die Landbevölkerung viel zu klein ist, um einen negativen Entscheid zu einem eidgenössischen Volksbegehren herbeiführen zu können. Anderseits wohnen in den Kernstädten heute offenbar zu viele Eingebürgerte! Auch Vorstädte und Agglomerationsgemeinden haben dem Begehren nämlich zugestimmt. Gerade die dortigen Stimmbürger, zum Teil aus den historischen Städten vertrieben, haben zusehen müssen, wie immer mehr natürlich gebliebene Landschaften, welche der ganzen Bevölkerung als Erholungszonen dienen, überbaut und zubetoniert wurden!

Bessere Vorstellungen, was unter «Dichtestress» zu verstehen ist, liefert die vergleichende Verhaltensforschung oder Ethologie. Einfach mit dem Wort herumzuhantieren, ist ungenügend. Erst eine vertiefte Analyse gewisser Zusammenhänge erlaubt dessen Bedeutung. Zwar ist diese neuere Wissenschaft zum Teil auch schon ins öffentliche Bewusstsein eingedrungen. Sonst würden Wörter wie Alphatypus, Drohgebärde oder Kindchenschema nicht in Texten von Medienleuten auftauchen.

Jean-Jacques Hegg,
Dübendorf

27.02.2014 | 1101 Aufrufe