Vielleicht hat der Zuger Kantonsrat in weiser Voraussicht die Gefährlichkeit und Absurdität einer verhängnisvollen Strömung, genannt "Gender Mainstreaming", erkannt und wollte zu diesem übertriebenen Gleichheitswahn mit der Aufhebung des Gleichstellungsbüros offenbar einen Kontrapunkt setzen. Diese weltweit tätige Bewegung strebt einen regelrechten Umsturz unserer heutigen Wertordnung an. Geht es nach dem Willen einer obskuren Gruppe von UNO-Verwaltungsbeamten, soll diese Maxime nach dem "Top-down-Prinzip" durchgesetzt werden, d. h. unter Ausschaltung des Souveräns, nach dem im Kommunismus bewährten Autoritätsprinzip, z.B. von der UNO über die EU zu den nationalen Regierungen. Ein wichtiges Instrument zur Erreichung linker Ziele ist immer auch die politische Sprachregelung. "Berühmt" geworden ist die Berner Stadtverwaltung mit ihrer grotesken Sprachverrenkung "das Elter" anstelle von Mutter und Vater. Dies würde bedeuten, dass die Familie, das Mutter-, Vater- und Kindsein ausgedient haben und durch die linke Ideologie der Gleichheit (nicht Gleichstellung) von Mann und Frau ersetzt würden. Es ist höchste Zeit, dass Volk und Parlament diesem widernatürlichen Unsinn endlich einen Strich durch die Rechnung machen!

Während sich vielerorts Gleichstellungsbeauftragte den Kopf zerbrechen, wo die Frauenquote noch auf 50 % erhöht werden könnte, erreicht die Unterdrückung und Erniedrigung von Frauen und Mädchen in islamistisch geprägten Ländern neue Dimensionen. Im nahen Osten, vielfach auch in Pakistan, Indien und Afrika, zählt für Mädchen höchstens der Verkaufswert als Braut. Im Iran warten zwei Frauen wegen angeblichen Ehebruchs auf ihre Hinrichtung durch Steinigung. Das Martyrium dieser Frauen steht nirgends auf einer Traktandenliste unserer Gleichstellungsbeflissenen. Auf der einen Seite ist forsches Lobbying angesagt, auf der anderen überwiegt feiges Wegschauen und Gleichgültigkeit, wenn islamistische Diktaturen den Frauen auch die grundlegendsten Menschenrechte verweigern. Auch nach Westeuropa eingewanderte Musliminnen werden nur allzu oft Opfer der Brutalität ihrer Ehemänner. Eingesperrt in die eigene Wohnung, in Tücher gehüllt, harren sie hilflos der Dinge, die da kommen sollen. Genau jene linken Frauengruppen, die sich den Einsatz für die Schwachen auf die Fahne geschrieben haben, ignorieren und tolerieren diese widerwärtige männliche Gewaltanmassung des Islam, die sie ansonsten mit Verve bekämpfen. Dass ausgerechnet linke Frauenrechtlerinnen diese archaische, frauenfeindliche Lebensform im Rahmen des Multikulturalismus freudig begrüssen und als gleichwertig hinstellen, ist wohl der tragische Witz des zu Ende gehenden Jahrzehnts. Die Migrantenmilieus sind für diese Frauenbeauftragten tabu, weil die Wirklichkeit nicht in ihr ideologisches Korsett der Multikultur passt. Damit verordnen diese Gleichstellungsbeflissenen nicht nur Denkverbote, sie dulden auch stillschweigend schwerstes Leid und Unrecht, begangen an ihren in- und ausländischen Geschlechtsgenossinnen. Wo bleibt der Aufschrei der Frauenlobby? Hat es unseren Gleichstellerinnen angesichts der bärtigen Tyrannen etwa die Sprache verschlagen, oder ist es einfach weniger gefährlich, handzahme Schweizer Männer an der Leine zu führen?

Robert Nieth, Walchwil ZG

12.01.2011 | 1433 Aufrufe