Die Abstimmung liegt einige Jahre zurück: Zürcherinnen und Zürcher haben damals die Volksinitiative «Mundart im Kindergarten» recht deutlich angenommen – obwohl sich die seinerzeitige Herrscherin über die Bildungsdirektion, SP-Frau Regine Aeppli, mit allen ihr ergebenen Amtsfunktionären mit Händen und Füssen gegen diese Initiative gestemmt hatten.

Kommentar «Spalte rechts», Ausgabe vom 23. März 2018

Dabei auch durchblicken lassend, es sei rassistische Attitüde im Spiel, von Zuwanderer-Kindern Mundart – im Kindergarten! – zu verlangen. Sie, selbstherrliche Linke, hat dann auch die Umsetzung der vom Souverän angenommenen Volksinitiative hintertrieben. Angeblich «aus Rücksicht auf Zuwanderer».

Wir nähern uns dem Ende der derzeit noch laufenden, von irgend einer Obrigkeit angeordneten «Aktionswoche gegen Rassismus». Ziel dieser Aktionswoche, erfuhr der Radiohörer zu deren Auftakt am vergangenen Montag früh, sei es, den sogenannten «Alltagsrassismus» zu bekämpfen, den Schweizerinnen und Schweizern auszutreiben. Dazu liess man einen Afrikaner, wohl dunkelhäutig, interessanterweise vor Jahren aus Schwarzafrika ins damals noch notorisch verschrieene Apartheid-Südafrika geflohen, von dort später in die Schweiz übersiedelt, zu Wort kommen. Als «rassistisch» empfinde er es, belehrte er die Radiohörer, dass Schweizer, wenn sie sich an ihn wenden würden, sehr oft automatisch vom Dialekt ins Hochdeutsche wechseln. Also jene Rücksicht zeigen, in deren Diensten SP-Frau Regine Aeppli das demokratisch zustande gekommene Ja zur Mundart-Initiative glaubte missachten zu müssen …

Aepplis angeblich aus Abscheu gegenüber rassistischer Allüre begangener Verstoss gegen einen demokratischen Entscheid bekommt damit multifunktionellen Anstrich: Wer Rücksicht nimmt auf Fremde, ist verkappter Rassist. Wer keine Rücksicht nimmt, auch!

Wie kommt das «Schweizer» Radio dazu, seine Hörer-innen und Hörer in längst verblichen geglaubter DDR-Manier eigentlicher Gesinnungs-Indoktrination unterwerfen zu wollen? Sind die Radiomacher aus Angst vor «No Billag» während Wochen derart penetrant zu demonstrativer «Swissness» gezwungen worden, dass die Radio-Oberen ihnen jetzt völlige Narrenfreiheit in – angeblich antirassistischer – Gängelung von Schweizerinnen und Schweizern einräumen zu müssen glauben?

Ulrich Schlüer

22.03.2018 | 5243 Aufrufe