Wenn die Gold-Initiative abgelehnt würde

Der Franken bleibe, sagt die Nationalbank-Spitze, noch auf Jahre hinaus an den Euro gebunden. Was 2011 als «vorübergehende Notmassnahme» erlassen wurde, um den offensichtlich marktuntauglichen Euro vor dem Fall ins Bodenlose zu bewahren, wird Dauerzustand. Die Nationalbank tritt ihre so oft beschworene Unabhängigkeit auf Gedeih und Verderb an EZB-Chef Mario Draghi ab.

"Spalte rechts"
Kommentar des Chefredaktors

Wenigstens einer in der Euro-Zone spricht noch Klartext zu dieser Katastrophen-Währung, die Europa immer tiefer ins Desaster zieht. Er ist an den Euro-Entscheidungen beteiligt – obwohl er dabei meist überstimmt wird: Jens Weidmann, als Präsident der Deutschen Bundesbank oberster Währungshüter Deutschlands. Im «Spiegel» (Nr. 39/22.09.2014) kann man seine Euro-Diagnose nachlesen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist mit der «Politik der Zinsnullung» am Ziel: Der Euro-Leitzins liegt neuerdings bei 0,05 Prozent. Doch trotz Zinsnullung wachsen die Schulden im Euro-Raum weiter. Billionen neugedruckten Geldes hat Draghi ins System gespült – zwecks Wirtschaftsankurbelung. Bewirkt hat er nichts. Der Euro-Raum wird zum Schlusslicht der Weltwirtschaft. Draghis Milliarden verhelfen stattdessen dem chinesischen Alibaba-Börsengang zu einem Rekord-Erlös. Investitionen fliessen nach Fernost. Europa, selbst Deutschland, stagniert. Frankreich ist im Krebsgang.

Jetzt will Mario Draghi selber investieren. Um 700 Milliarden Euro bläht er dafür die EZB-Bilanz – faktisch ein reines Schuldenkonstrukt – weiter auf.

An diese Währungszerrüttungs-Maschinerie soll der Franken angebunden bleiben? Wir bleiben damit auch zu Draghis Zinsnullungs-Politik verdammt, die Sparer und Rentner ihrer Ersparnisse beraubt und Pensionskassen sowie Lebensversicherungen, die nur mit Marktzinsen überleben können, skrupellos in den Untergang treibt.

Die Gold-Initiative würde die Nationalbank zwingen, die Interessen der Schweiz und der Schweizer Sparer den Zauberkünsten der alle Regeln brechenden Milliardenverschleuderungs-Politik Mario Draghis voranzustellen.

Noch nie in der Weltgeschichte ist eine Volkswirtschaft an einer starken Währung zugrunde gegangen. Bewusst herbeigeführte Währungszerrüttung hat indessen nahezu immer selbst einst starke Volkswirtschaften in den Untergang getrieben.

Die Schweiz hat die Wahl – am 30. November dieses Jahres.

Ulrich Schlüer

24.09.2014 | 4892 Aufrufe