Der aktuelle Freitags-Kommentar der «Schweizerzeit» vom 17. August 2012

Über Tatsachen und einen Rechtsfall
Frau Sommarugas Brut

Von Ulrich Schlüer, Chefredaktor «Schweizerzeit»

Wie darf man hierzulande Individuen benennen, deren Verhalten die unterste Grenze elementaren menschlichen Anstandes deutlich unterschreitet?

Die Frage sei an Beispielen erläutert: Da lebt in einem Dorf, ebenso sorgfältig wie umsichtig von ihrer Familie erzogen und betreut, eine junge Frau. Sie ist geistig behindert. Aber liebevolle Erziehung und sorgfältige Schulung machten es möglich, dass diese junge Frau heute einen Beruf ausüben kann. Eine Tatsache, welche für das behinderte Mädchen schlicht lebensbestimmend und auch für seine Familie sehr wichtig ist.

Seiner beruflichen Tätigkeit geht die junge, noch minderjährige Frau nicht im Dorf nach. Kommt sie mit dem Postauto zurück, muss sie, weil das elterliche Heim etwas ausserhalb des Dorfes liegt, die letzte Strecke per Velo zurücklegen.

Dies hat eine besondere Einwohnerschaft unseres Dorfes, junge Burschen, auch festgestellt. Und sie gefällt sich darin, der jungen, behinderten Frau gelegentlich abzupassen. Die Herrschaften finden es unterhaltsam, die Frau aufzuhalten, sie – mit Fahrzeugen – von der Strasse abzudrängen, in eine Wiese, in einen Acker. Sie ist schon hingefallen. Sie reagiert immer – gerade auch als Folge ihrer Behinderung – äusserst verängstigt, gerät rasch in Panik…

Wie soll, wie darf man diese erwachsenen Kerle, die an solcher Quälerei ihre himmeltraurige, gemeine Freude ausleben, benennen?

Beispiele

Zweites Beispiel: Im Dorf ist seit einiger Zeit ein Bancomat installiert. Genau dort, bei der Postauto-Haltestelle, wo sich besagte Gruppe spezieller, junger Einwohner mit Vorliebe aufhält. Will dann, vielleicht gar bei bereits einbrechen-der Dämmerung, eine junge Frau diesen Bancomat benutzen, sieht sie sich plötzlich von der Gruppe besagter junger Männer – allesamt bedrohlich kräftige Kerle – umstellt. Sie stehen im Halbkreis da, vielleicht zwei, drei Meter von der jungen Frau entfernt, manchmal zu viert, zuweilen auch zu fünft oder zu sechst. Schweigend – aber bedrohlich!

Fast jede junge Frau, der solches widerfährt, reagiert angstvoll, versucht sich der Situation zu entziehen, tippt gewiss keine Zahlen in die Maschine. Es kam schon vor, dass Opfer solcher Bedrohung in ein nahes Restaurant flüchteten und dort um Hilfe ersuchten.

Müssen sich junge Frauen, die Bargeld am Automat abheben wollen, solches von unflätigen, niederträchtigen, sich an ihrem «Drohpotential» erfreuenden – um nicht zu sagen: aufgeilenden – Kerlen einfach gefallen lassen?

Und wie darf, wie soll man die Mitglieder dieser himmeltraurigen Bande noch bezeichnen dürfen?

Asylbewerber

Sicher ist eines: Die Dorfbewohner haben längst genug von diesen Kerlen. Diese sind nicht aus eigenen Stücken in unsere Gemeinde gezogen. Sie wurden «von oben» zugewiesen. Die immer alltäglicher werdenden Bedrohungen gehen von der Asylbewohner-Behausung aus. Diese entwickelt sich zu einem Zentrum von hier verkehrenden Gesellen, von denen kaum jemand genau weiss, woher sie kommen, wer sie sind, unter welchem Recht sie hier anwesend sind. Es hat einfach viel zu viele davon!

Selbstverständlich wurde schon reklamiert. Aber Reklamationen bleiben echolos, solange keine Vergewaltigung, keine schwere Tätlichkeit ausgewiesen werden kann. Eine junge Behinderte vom Velo zu stossen, gilt noch lange nicht als ahndungswürdig.

Und schliesslich: Es handle sich doch um Asylanten, um «an Leib und Leben gefährdete», bedauernswerte Personen. So werden heute Gemeinden abgespiesen und mit dem sich allenthalben ausbreitenden Zorn allein gelassen.

Eklat

Doch dann kam es zur Schlägerei. Zu einer äusserst massiven, an einem Sonntag nachmittag ausgetragenen Schlägerei, bei der auch Werkzeuge von einem nahegelegenen Werkplatz – Schaufeln, ein Pickel, ein Stemmeisen – «zum Einsatz» kamen. Ort der üblen, unter bestialischem, an den Urwald erinnerndem Geschrei ablaufenden Schlägerei: Der Vorplatz vor dem Haus mit der Asylantenwohnung. Es waren weit mehr Schläger im Kampf als diese Asylantenwohnung Bewohner hat. Auch Kinder waren dabei, fassungslos vom Balkon auf den Kampf starrend, den andere, auch vom Balkon aus, laut brüllend anfeuerten.

Was sich da abspielte, war weiss Gott bedrohlich. Weil auch diejenigen, die mit blossen Fäusten kämpften, sehr kräftig waren, wurde wenigstens kein Schädel gespalten.

Der Ruf, die Polizei sei alarmiert, liess einige der Kämpfer sofort im Haus ver-schwinden. Der Kampf ebbte allmählich ab. In zwei Autos machten sich die meisten der Schläger rasch davon.

Die Polizei trifft später tatsächlich ein. Sie kann noch die Personalien der Zurückgebliebenen aufnehmen. Sie orientiert Tage danach, das Geschehen habe stattgefunden im Rahmen einer der Polizei bereits bekannten Fehde unter zerstrittenen Familien.

Wortwahl

Als unmittelbarer Zuschauer, aus dessen Haus die Polizei alarmiert worden ist, habe ich die Kerle, die sich als «an Leib und Leben gefährdete Schutz-suchende» von unseren Steuerzahlern aushalten lassen, als das benannt, was sie sind: Als Abschaum, als Pack. Worte, die ganz bewusst gewählt worden sind, weil sie sowohl dem Geschehen als auch den Auslösern dieses Geschehens durch und durch angemessen sind. Auf dass sie im Blick auf die ihre Augen verschliessenden eidgenössischen Behörden hoffentlich alarmierend wirken.

Eine am Geschehen beteiligte – wenn auch nicht mitprügelnde – junge Frau sagte bei abflauendem Kampf, bei den von den zerstrittenen Familien offensichtlich eigens für die handfeste Auseinandersetzung auf den Platz Mobilisierten, handle es sich um Palästinenser. Was Erstaunen auslöste, ist doch das Autonomiegebiet der Palästinenser innerhalb Israels von den Erschütterungen des sog. «arabischen Frühlings» überhaupt nicht erfasst worden. Es besteht nicht der geringste Anlass, Palästinenser hier als Flücht-linge aufzunehmen. Aber weil die Bezeichnung «Palästinenser» im Bericht über die Schlägerei fiel, hat ein Sprecher dieser Bevölkerungsgruppe behauptet, die Palästinenser seien als Volksgruppe durch den Bericht über die Schlägerei diffamiert worden – was die Rassismus-Strafnorm verletzt habe. Verwendet wurden die harten Ausdrücke tatsächlich – allerdings allein auf die Schläger bezogen. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft – nicht gegen die Schläger, vielmehr gegen jenen, dem vorgeworfen wird, die Rassismus-Strafnorm mit seiner Berichterstattung verletzt zu haben.

Ausschaffung ist beschlossen

Volk und Stände der Schweiz haben im Spätherbst 2010 die Ausschaffungs-initiative deutlich angenommen. Bundesrat und Bundesverwaltung hätten diesen Entscheid seit Monaten umzusetzen. Gemäss amtlichen Berichten würde die Schweiz damit jährlich von rund sechzehntausend Kriminellen befreit. Die Schläger von Flaach wären, würde der Volksauftrag umgesetzt, gewiss nicht mehr hier – die Quäler behinderter Frauen, diejenigen, die sich in der Bedrohung junger Frauen gefallen, auch nicht.

Aber der Bundesrat weigert sich, den Auftrag des Souveräns umzusetzen. Darum sind Schläger wie Tausende anderer Krimineller weiterhin in unserem Land. Und die Staatsanwaltschaft glaubt – während sich der Zorn der Bevölkerung steigert –, gegen jene Untersuchungen anstrengen zu müssen, die dieses Versagen des Bundesrates nicht akzeptieren und über die Realität, das die Auftragsverweigerung des Bundesrates auslöst, angemessen berichten.

Ein Boot mehr

Übrigens: Frau Bundesrätin Sommaruga, mit deren Brut sich die Öffentlichkeit herumzuschlagen hat, hat soeben ein Zeichen von sich gegeben. Ausgerechnet an dem Tag, da sämtliche Gefängnis-Direktoren der Schweiz in einer Erklärung feststellten, die Verhältnisse mit der zunehmenden Zahl Nordafrikaner in schweizerischen Gefängnissen würden von Tag zu Tag untragbarer, gab sie strahlend bekannt, sie habe «als Zeichen der Humanität» der EU ein ganzes Boot voller nordafrikanischer Flüchtlinge – zweifellos fast alles illegale Einwanderer – zwecks Unterbringung in der Schweiz abgenommen…

Derweil strengt die Staatsanwaltschaft Untersuchungen an gegen jene, die das unhaltbare, verfassungswidrige Versagen des Bundesrates nicht einfach akzeptieren. Das ist Realität im «Rechtsstaat Schweiz» von heute.

Ulrich Schlüer

 

17.08.2012 | 6508 Aufrufe