Anlässlich eines Besuches in Mexiko wurde mir erzählt, dass es in der Schweiz offenbar nicht gerade zum Besten stehe, weil ja 300‘000 Kinder von Armut bedroht seien. Als Beispiel bekam ich eine Geschichte von einem Buben namens Nils in Basel zu sehen und zu hören. Kürzlich hätten sich Nils und seine alleinerziehende Mutter, die an der Armutsgrenze lebten und auf Sozialhilfe angewiesen seien, einen «Luxus-Tag» geleistet. Dank vergünstigter Tickets besuchten sie eine Zirkusvorstellung. «Wir tranken auch noch einen Kaffee und assen ein Brötchen dazu», erzählt die 38-jährige Frau mit leiser Stimme.


Diese «Geschichte», die glauben macht, 300‘000 Kinder lebten in der «reichen Schweiz» wie dieser Nils, verbreitet «Swissinfo» (www.swissinfo.ch), der internationale News- und Informationsservice unseres Staatsradios und -Fernsehens SRG, dessen Fachgebiet laut Wikipedia «Infos über aktuelle Themen mit Bezug zur Schweiz» sind. Swissinfo, in zehn Sprachen verbreitet, erreicht insbesondere die über 700‘000 Auslandschweizer in aller Welt.

Diese Art von «Information» (besser Desinformation) durch ein staatliches Medium, das im Ausland mit unseren Steuer- und Gebührengeldern verzerrte Bilder über die Schweiz verbreitet, ist meines Erachtens unhaltbar.

Ruedi Mäder, Flims Dorf

11.01.2018 | 8466 Aufrufe