Brüssels "Schuldensteuer" kommt

"Spalte rechts" 
Kommentar des Chefredaktors

Was Informations-Strategen einer Regierung, die sich der demokratischen Kontrolle entziehen konnte, fertig bringen, demonstriert derzeit Brüssel: Der «Durchbruch zur Bankenunion» sei geschafft! Und auch ein markanter Schuldenabbau sei Tatsache geworden. Erfolgsmeldung über Erfolgsmeldung! Dass in Wahrheit Pleitiers aus Schuldenlöchern grosse Summen bloss virtuell einem Fonds zugeschoben haben, aus dem – wie sie behaupten – fortan Geschädigte von Banken-Pleiten entschädigt würden, wird der Öffentlichkeit ebenso wenig verraten wie der Trick, wonach Billionen bisheriger Schulden – ohne dass diese auch nur um einen Euro vermindert wurden – lediglich umbenannt wurden in «Investitionen». Beide Massnahmen beruhen auf Betrug. Betrüger gehören ins Gefängnis. In der EU regieren sie.

Zu einem weiteren EU-Vorhaben bleiben selbst Brüssels Informations-Manipulatoren stumm. Klammheimlich will Brüssel nämlich die vom Internationalen Währungsfonds empfohlene «Schuldensteuer» zum Beschluss erheben – von oben verfügt. Sie wird Wirklichkeit, indem sämtliche EU-Einwohner per Mausklick um zehn Prozent ihrer Vermögen «erleichtert» – in Wahrheit beraubt werden. Solches ist nach Durchsetzung des «Automatischen Informationsaustausches» möglich – auch wenn Naive darin noch immer eine Massnahme zur Herbeiführung von «Steuergerechtigkeit» glauben erkennen zu können. Die Schuldensteuer ist keine Steuer. Sie tarnt skrupellosen Diebstahl. Der Bürger, der sein Vermögen – jeglicher Privatsphäre beraubt – nur noch von den Herrschenden jederzeit einsehbar anlegen darf, der kann auch jederzeit beraubt werden. Genau das soll jetzt in der EU geschehen – unter dem Tarn-Namen «Schuldensteuer».

Es sei dies eine einmalige Massnahme in «absoluter Ausnahmesituation». Sagt Brüssel. Allerdings liegt bereits ein mit Zahlen sorgfältig untermauertes Gutachten vor. Es weist nach: Die Überschuldung der EU ist mittels Beraubung sämtlicher EU-Einwohner um zehn Prozent ihrer Vermögen längst nicht behoben. Die «einmalige» Massnahme wird also ihre Fortsetzungen finden. Die Kleptokraten – identisch mit den Verantwortlichen für die EU-Überschuldung – übernehmen die Macht in Brüssel.

Die EU war noch nie eine Demokratie. Die EU-Bürger waren und sind politisch einflusslos. Als solche dürfen sie demnächst gar in einer Kleptokratie aufwachen.

Ulrich Schlüer

 

27.03.2014 | 3457 Aufrufe