Der aktuelle Freitags-Kommentar der «Schweizerzeit» vom 30. September 2011

Roger de Wecks Handschrift
Energieschleuder

Von Nationalrat Ulrich Schlüer, Chefredaktor «Schweizerzeit»

Auf dem Bundesplatz und über alle SRG-Fernseh- und Radiokanäle wurde in den vergangenen vierzehn Tagen der Energieausstieg gefeiert. Dies mithilfe der energieverschleuderndsten Maschinerie, die wohl je für eine Parlaments-Session in Betrieb genommen worden ist.

Ein zwar nicht ganz rund um die Uhr laufendes, für die letzte Session der Legislatur eigens erstelltes Glas-Studio mit allem Drum und Dran inszenierte lautstark Politik und Klamauk. Nacht für Nacht wurden unzählige Zusatzaufbauten abgebaut und weggekarrt, neue herangekarrt und mit Kränen und anderer energieverschlingender Hilfsmaschinerie aufgebaut, montiert, an die Energieversorgung angeschlossen – auf dass ein weiterer Tag vor allem lautstarker Betriebsamkeit gesichert sei.

Nie dagewesener Aufwand
Auf Gross-Projektionsschirmen und unter Einsatz Aberdutzender Hochleistungs-Lautsprecher und -Scheinwerfer wurde die Schau inszeniert, verbreitet, gefeiert.

Die Schau: Sie galt dem Ausstieg aus der Atomenergie. Dieser Ausstieg wurde tagelang in unzähligen Sendungen so zwingend herbeigeredet, dass jeder Parlamentarier, der den Sinn der Übung weniger einsah, automatisch zum Feind von Natur und Menschheit gestempelt wurde. Wer wollte – kurz vor den Wahlen – sich da noch mediale Schelte holen?

Das Parlament hat dann auch gespurt – im Wissen, dass Ja-Stimmer von niemandem auf Einzelheiten, auf Konsequenz hinterfragt werden würden…

Konsequenzen: Nicht gefragt
So wurde niemand mit der Frage konfrontiert, was denn der für das Jahr 2034 beschlossene Ausstieg aus der Atomenergie wirklich zu bedeuten habe – zu vollziehen zu einem Zeitpunkt, zu dem höchstens noch eine Handvoll jener Politiker, die heute solchen Beschluss fällen, in der Verantwortung stehen. Bis dahin, also solange die Heutigen noch aktiv sind, scheint von der Nutzung der Atomenergie keinerlei Gefahr auszugehen. Diese Gefahr werden erst kommende Generationen erfahren.

Der Wirtschaft mit heute noch völlig unausgegorenen Projekten alternativer Energiegewinnung Mehrkosten in Milliardenhöhe zuzumuten, während der Produktionsstandort Schweiz als Folge der internationalen Verschuldungskrise und der daraus resultierenden Frankenstärke in arge Konkurrenznot gerät – das ist ein Tabu-Thema, zu dem selbst die aggressivsten Medien-Sprecher alle Fragen an ausstiegswillige Parlamentarier zu stellen «vergessen» haben.

Die eigentliche Absicht
Wozu also diente die ganze energieverschleudernde Inszenierung, mit der die Politik in Wahrheit bloss zeigte, dass andere ab jetzt Energie zu sparen haben, während sich die Politiker weiterhin selbst unter masslosem Energieverschleiss selber zu inszenieren belieben – zu Bern allerdings ihr getreuliches Mitspielen der von Herrn Roger de Wecks Staatsfernsehen vorgegebener Traktandenliste demonstriert haben.

Der Zweck von de Wecks Übung bestand einzig darin, unter energieverschleudernder Klamauk-Entfaltung die Tatsache wegzuspühlen, dass das Hauptproblem der heutigen Schweiz die Masseneinwanderung ist. Es ist die Masseneinwanderung, welche den Energieverbrauch des Landes hoffnungslos aufbläht. Es ist die Masseneinwanderung, welche die Infrastruktur des Landes zunehmend lahmlegt. Es ist die Masseneinwanderung, die Arbeitsplätze Hiesiger bedroht. Es ist die Masseneinwanderung und der sie administrierende Bürokratie-Apparat, der die Staatsfinanzen existenzbedrohend aushöhlt. Es ist die Masseneinwanderung, die uns überdurchschnittliche Kriminalität und Sozialwerke-Ausbeutung mit all ihren bedenklichen Folgen hauptsächlich beschert.

Davon mittels energieverschwendend inszenierter Feier des Energieausstiegs abzulenken, das war Fernseh-Baron Roger de Wecks mit dem Schweizer Fernsehen anvisiertes Ziel. Eine Parlaments-Mehrheit und der Bundesrat haben mitgespielt. Ob das Volk mit dieser aufwendigen Schau wirklich auf ein Nebengeleise verführt werden konnte – das wird unser Land am 23. Oktober dieses Jahres erfahren.

Ulrich Schlüer, Nationalrat

 

30.09.2011 | 4951 Aufrufe