Hochgelobt wird die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK); gar Unantastbarkeit wird dieser zugestanden. Unter Bezugnahme auf diese Konvention entschied der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) 2007 über folgenden Fall:

Alicja Tysiac wollte ihr ungeborenes Kind abtreiben. Die polnische Gesetzgebung verbot ihr jedoch die Abtreibung. Alicja Tysiac brachte eine gesunde Tochter zur Welt; dennoch klagte sie gegen Polen vor dem EGMR. Dieser gab ihr Recht und erkannte ihr einen ansehnlichen Schadenersatzbetrag zu. Das Gericht war der Meinung, ihre Persönlichkeitsrechte seien verletzt worden. Es stützte sich dabei auf Artikel 8 – das Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens – der EMRK.

Das Gericht entschied also, dass ein menschliches Wesen widerrechtlich – infolge einer Verletzung der Menschenrechtskonvention – geboren wurde! Folgt man dieser Argumentation, wurde hier ein polnisches Kind geboren, dessen Recht auf Leben der EMRK widerspricht!

Bruno Dudli, Kantonsrat, Sonnental

01.12.2016 | 5571 Aufrufe