Medizin für denkfaule Wirtschaftsfunktionäre

Der aktuelle Freitags-Kommentar der «Schweizerzeit» vom 27. September 2013

Von Ulrich Schlüer, Chefredaktor «Schweizerzeit»

Bereits hängen Plakate gegen eine Volksinitiative, für die das Abstimmungsdatum noch gar nicht definitiv bestimmt ist.

Zwar wird allgemein erwartet, dass die Abstimmung über die in Rekordzeit zustande gekommene SVP-Initiative «gegen die Masseneinwanderung» im kommenden März stattfinden werde. Definitiv festgelegt hat der Bundesrat das Abstimmungsdatum für diese Initiative indessen noch nicht.

Es kann aber durchaus sein, dass jene Organisationen, die den bundesrätlichen Unterwerfungskurs gegenüber der Brüsseler EU-Zentrale mittragen, vertrauliche Vorinformationen aus Bundesbern erhalten haben – nachdem durchgesickert ist, dass «unser» Ausverkaufs-Bundesrat gegen die Einwanderungs-Initiative kürzlich eine «geheime Arbeitsgruppe» (Tages-Anzeiger, 18. September 2013) eingesetzt hat.

Dürftige Argumentation

Jedenfalls hängen bereits Plakate und erscheinen bereits grossflächige Inserate, reife rote Äpfel zeigend, gegen diese Initiative, die von den Profiteuren der Masseneinwanderung offenbar als ausserordentlich gefährlich eingestuft wird. Ihre Angst vor der Abstimmung ist insofern nachvollziehbar, als die Argumente dieser Freunde der Masseneinwanderung von schlechthin bemitleidenswerter Dürftigkeit sind.

Die Apfel-Maler wollen uns nämlich weismachen, unsere Wirtschaft sei auf Gedeih und Verderb auf schrankenlose Masseneinwanderung angewiesen. Denn allein auf diesem Weg könne sie unbedingt benötigte Arbeitskräfte, insbesondere auch Kaderleute noch rekrutieren.

Zu bestreiten ist dabei nicht, dass weltweit aktive Konzerne immer wieder auch auf besondere Spezialisten angewiesen sind, die, wenn sich entsprechender Bedarf meldet, nicht immer, jedenfalls nicht immer sofort im Inland zu finden sind.

Entschieden zu bestreiten aber ist, dass für die Rekrutierung solcher Spezialisten eine uneingeschränkte Personenfreizügigkeit auch bloss gegenüber dem EU-Raum erforderlich wäre. Ein Land, das souverän ist, das seine vitalen wirtschaftlichen Interessen selbstbewusst wahrzunehmen gewillt ist, das weder vor Washington noch vor Brüssel kriecherisch zu liebedienern bereit ist, ist jederzeit völlig frei, seine Einwanderungspolitik so auszugestalten, dass sie dem eigenen Land und seinem wirtschaftlichen Fortkommen maximalen Nutzen sichert. Niemand auf der Welt kann die Schweiz daran hindern, unserer Wirtschaft nützende Einwanderer ohne bürokratische Hindernisse einwandern zu lassen, andere aber – solche, die hier lediglich unsere Sozialwerke ausbeuten wollen, die dafür zu keinerlei Eigenleistung bereit sind, die weder arbeitsfähig noch arbeitswillig sind, an der Einwanderung in die Schweiz schlicht und einfach zu hindern.

Jedes souveräne Land hat das uneingeschränkte Recht und auch die konkrete Möglichkeit, die Einwanderung auf die eigenen, vitalen Interessen abzustimmen. Dutzende Länder – leider nicht die Schweiz – setzen solche Einwanderungspolitik Tag für Tag um.

Löchrige Kostenrechnung

Der lächerlichen Propaganda der mit reifen Äpfeln auf Plakaten für die Masseneinwanderung werbenden Funktionäre der Economiesuisse steht nämlich die unbestreitbare, dutzendfach belegte Tatsache gegenüber, dass das heutige System der unter dem Deckmantel der Personenfreizügigkeit stattfindenden Masseneinwanderung unserem Land für jeden in der Wirtschaft einsetzbaren Einwanderer je nach Landesregion fünf bis zehn weitere beschert, die nicht die geringste Bereitschaft zeigen, hier je zu arbeiten, hier also ihren Lebensunterhalt aus eigener Anstrengung zu sichern. Stattessen versuche sie weit eher, unsere Sozialwerke immer dreister auszubeuten – echter oder auch unechter Ehefrauen mit eigenen oder auch unehelichen oder gar fremden Kindern via – von Europäischen Gerichten auch bei eklatantem Missbrauch heilig gehaltenem «Familiennachzug» zwecks Perfektionierung der Ausbeutung der Sozialwerke in die Schweiz zu holen. Dass allzu viele davon auch noch zu äusserst teuren «Konsumenten des Schweizerischen Strafvollzugs» werden, sei dazu nur am Rande erwähnt.

Kostenwahrheit

Die «Schweizerzeit» hat vor einem halben Jahr allein im Blick auf den seit Jahren grassierenden Asylmissbrauch eine Vollkostenrechnung über den jährlich fürs Asyl(un)wesen anfallenden Aufwand vorgelegt. Eine Rechnung, die nicht bloss die beim Bund anfallenden Kosten berücksichtigt. Sie rechnet auch die Sozialhilfekosten der Kantone und Gemeinden berücksichtigt, die zur Verfügung-Stellung von Wohnraum in akzeptablem Zustand, die Schulkosten der Kinder, den beim Polizei- und Justizapparat ausgelösten sowie den allzu häufigen Aufwand für Gefängnis-«Nutzung» usw. mit. Ohne die sog. Sans-Papiers miteinzubeziehen wurden daraus Jahreskosten von gut 7,1 Milliarden Franken errechnet. Der Bund hat diese Rechnung bis heute nie dementiert.

Dafür treffen alarmierende Meldungen ein, wonach die Kosten der sozialen Fürsorge trotz Hockkonjunktur von Jahr zu Jahr markante Steigerungsraten ausweisen. Steigerungsraten, für welche nicht arbeitsfähige und vor allem auch nicht arbeitswillige Einwanderer die Hauptursache sind.

Bereits wurde klar, dass die Einkommen pro Kopf der hier ansässigen Bevölkerung aufgrund solcher Ausbeutungs-Strategien von Einwanderern zurückfallen – hinter Länder mit vergleichbarem Lebensstandard, z.B. hinter Deutschland.

Rechenkünstler

Wollen uns Wirtschafts-Funktionäre allen Ernstes weismachen, nur weil diese Milliarden nicht in den Lohnlisten ihrer Betriebe auftauchen, seien sie vernachlässigbar? Wer so argumentiert, hat auch als Wirtschaftsfunktionär offensichtlich ein Brett vor dem Kopf.

Haben sich die Äpfel malenden Funktionäre denn noch nie zur Rechnung durchgerungen, wieviele Milliarden an Steuern alljährlich in unserem Land eingespart werden könnten, wenn die Masseneinwanderung endlich unterbunden würde? Es wäre eine hohe, zweistellige Milliardenzahl! Haben die Apfel-Maler unter den Wirtschaftsfunktionären noch nie zu errechnen versucht, wie enorm die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Konzerne steigen würde, könnten die Steuerlasten aus all den aus der Masseneinwanderung resultierenden Missbräuchen endlich eingespart werden? Sind Wirtschaftsfunktionäre überfordert, solche Zusammenhänge zu erkennen und zu berechnen?

Medizin

Wir wüssten dagegen eine Medizin, die derart Denkunfähige oder auch Denkfaule sehr rasch zu kurieren in der Lage wäre: Gebt ihnen all die Äpfel, die sie uns anpreisen wollen, einfach zu essen. Haben sie zehn faule, die sie uns bescheren, endlich heruntergewürgt, dürfen sie zwischendurch einen gesunden, roten Apfel essen, dann aber wieder zehn faule.

Wir sind überzeugt: Diese Medizin würde rasche Wirkung beweisen. Selbst Wirtschaftsfunktionäre würden plötzlich ihre Fähigkeit entdecken, eine korrekte Rechnung über die Kosten der Masseneinwanderung vorzulegen, die sie, Ausbeutern gleich, heute kurzerhand an die Öffentlichkeit glauben überwälzen zu können – für die sie dennoch aber mitzubezahlen gezwungen sind.

Ulrich Schlüer

27.09.2013 | 5743 Aufrufe