Wer sich in jungen Jahren ein teures Haus erbaute oder kaufte, es sich am Mund absparte, auf jeden Luxus, Reisen und Ferien verzichtete, gezwungenermassen oder freiwillig die anfänglich drückende Hypothekarschuld amortisierte, ist im Alter der Geprellte.

Er muss – und das ist weltweit einzigartig – ein fiktives, ganz willkürlich von der Steuerbehörde festgesetztes Einkommen versteuern. Es ist dieselbe Ungleichbehandlung, wie die «Heiratsstrafe». Die einen Senioren geniessen ihre alten Tage in meist staatlich subventionierten Heimen. Wer in Eigenverantwortung für sein Alter vorgesorgt hat, wird zuletzt finanziell abgestraft.

Ich lege hier die Karten auf den Tisch. Meine Wohnung im über hundert Jahre alten Zweifamilienhaus wird mit Fr. 9‘000 (Kanton und Gemeinde) und Fr. 11‘000 (Bund), mein über dreihundertjähriges Haus im Tessin – von mir persönlich an rund zehn Tagen im Jahr «bewohnt» – mit Fr. 7‘500 als Einkommen besteuert.

Nun hat der Hauseigentümer-Verband die Initiative zur Abschaffung dieses Unrechts – einer Strafe für Selbstbewohner – ergriffen. Die Initiative verdient ein Ja.

Robert Berner,
Rheinfelden AG

07.09.2012 | 1413 Aufrufe