Das Bundesamt für Migration (BFM) und der Direktor haben die operative Verantwortung für die Umsetzung der Ausschaffungs-Initiative. Die Entlassung des Chefs räumt der politisch Verantwortlichen eine (allenfalls länger dauernde) Verschnaufpause ein.

Eine Entlassung auf der obersten Führungsstufe, hat ausnahmslos (nicht nur beim Bund) offizielle aber auch inoffizielle Gründe. Die einen werden kommuniziert, die anderen «unter den Deckel» gehalten, wie dies zwischen den Kontrahenten vereinbart ist. Wer die Herkunft und den Werdegang des Direktors genauer recherchiert, und diese in sein politisch-ideologisches Umfeld im Departement projiziert, dem kommen einige Zweifel hoch: «Die Botschaft höre ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!». Mangelndes Vertrauen und fehlendes organisatorisches Durchsetzungsvermögen allein, können es wohl nicht sein, welche zur fristlosen Entlassung mit Lohnzahlungspflicht für ein Jahr führen. Dazu in einer extrem schwierigen Phase: Der Volkszorn wächst über die schleppende Umsetzung eines hoch brisanten Auftrags, bei gleichzeitiger Zunahme des Drucks auf unsere Grenze.

Die offiziellen Gründe – zum Beispiel die Animosität der Departements-Vorsteherin gegen Andersdenkende – werden immer «ein Buch mit sieben Siegeln» bleiben. Die Gerüchteküche brodelt. Der Zeitgewinn in der Umsetzung des Auftrags nicht zu unterschätzen, und ein neues Argument mehr die schleppende Abarbeitung im Asylwesen zu begründen. Solche (und andere) Querelen können an der Urne korrigiert werden.

Kurt Brugger,
Uetikon am See ZH

 

(ENDE)

06.09.2011 | 1412 Aufrufe