Hetzen, Ausblenden, Zuspitzen

Seit Donald Trump das Amt als US-Präsident angetreten ist, verfallen all jene, die den Republikaner zuvor erst belächelt und dann verteufelt haben, komplett in hysterische Raserei. Die Einseitigkeit der ihn zur Ausgeburt des Bösen abstempelnden, in all ihren Prognosen jämmerlich versagenden Mainstream-Medien ist unerträglich.

Der Freitags-Kommentar vom 03.02.2017,
von Anian Liebrand, Redaktion «Schweizerzeit»

Entgegen den meisten Vermutungen scheint es Donald Trump ernst zu sein, seine Wahlversprechen auch wirklich in die Tat umzusetzen. Der Bau einer Grenz-Mauer zu Mexiko, der Einreisestopp für Muslime oder die Sistierung supranationaler Handels-Abkommen wie TTP und TTIP – Trump macht vorwärts und will offenbar an seinen Taten gemessen werden. Seine «Hater» toben und geifern unablässig – da wagt es doch tatsächlich ein hoher Politiker, das anzupacken, was er dem Volk vor den Wahlen versprochen und eigentlich immer transparent kommuniziert hatte.

Unterschiedliche Polit-Kulturen

Selbstverständlich mögen so manche von Trumps Forderungen und sein zuweilen rüdes Auftreten für viele Mitteleuropäer irritierend wirken. Und speziell den Schweizern sind allzu forsch und offensiv auftretende Politiker seit jeher suspekt. Wer als Politiker andere überragt und dazu erst noch mit übersteigertem Selbstbewusstsein auftritt, dem stehen wir schon naturgemäss skeptisch gegenüber. Diese Grund-Skepsis gegenüber Allüren und allzu viel politischer Machtballung ist historisch gewachsen und hat sehr viel mit unserem föderalistischen und dezentralen Staatsaufbau zu tun. Bei uns ist das Volk der Chef – und wer sich als Schweizer Politiker mit zu viel Pomp aufplustert, kommt nicht weit.

Die USA ticken bekanntlich anders. Machtbewusstsein, Show- und Redetalent sind Politiker-Eigenschaften, die hier viel mehr ziehen – was logischerweise nicht zuletzt auch an der Bevölkerungsgrösse des ganzen Landes liegt. Das nun bald zwei Jahre anhaltende mediale Dauerfeuer trägt das Seine dazu bei, dass Trump «jenseits des grossen Teichs» in Europa ein bleibend negatives Image angehaftet werden konnte. Von den Umständen einmal abgesehen, dass die politischen Gepflogenheiten in europäischen Staaten und den USA seit jeher unterschiedlich gewesen sind und die Wahl eines Präsidenten aus dem republikanischen Lager in der Regel durchwegs entgegen der «Weltmeinung» erfolgt ist, ist doch augenscheinlich, dass wir es bei Donald Trump mit einer derart aggressiven und einseitigen Medienschlacht zu tun haben, die wahrlich ihresgleichen sucht.

«Hasspresse»

Besonders auffällig tritt die derart tief verwurzelte Feindseligkeit in den öffentlich-rechtlichen Medien Deutschlands zutage. Wer es sich dieser Tage antut, aus kritischem Blickwinkel deutsche Nachrichten zu schauen, mag zuweilen an den Kino-Hit «Die Tribute von Panem» erinnert werden. Wie im Film, indem «das Kapitol» seine tägliche Propaganda auch dann noch unnachgiebig stur und perfide verbreitet, als sich die politischen Verhältnisse rasant am Verändern sind, feuert das deutsche Staatsfernsehen tagtäglich sein obligates Trump-Bashing ab – mit Dokumentationen, Reportagen und Interviews. Von der Lügenpresse zur Hasspresse.

Die Mainstream-Medien – natürlich auch in der Schweiz – beteiligen sich eifrig an einem kompromisslosen Informations-Angriffskrieg gegen ein demokratisch gewähltes Staatsoberhaupt der einflussreichsten Wirtschaftsnation der westlichen Welt. Ständig befeuert von all den internationalistischen Akteuren, die wegen Trumps politischer Neuausrichtung um ihre Pfründe fürchten. Mutwillige Eskalation statt Verständnis-Aufbau und Deeskalation – das ist ihre Devise.

Hitler-Vergleich und Protest-Noten

Ein besonders krasses Beispiel, welche Kaliber diejenigen in ihrem Kriegsmodus abfeuern, die sich selber als «Qualitäts-Medien» sehen, liefert das Sendeformat «Frontal 21» des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF). In ihrer Sendung vom 24. Januar 2017 verglich die Sendung Trump in geradezu demagogischer Weise mit Adolf Hitler. Widerlich!

Aber auch in der Schweiz sehen etliche Wichtigtuer ihre Zeit gekommen, sich mal wieder etwas aufzuspielen und an einem unkonventionellen und unbeliebten US-Präsidenten abzureagieren. Den Vogel schiesst dabei der Grünen-Nationalrat Balthasar Glättli ab. Er fordert den Bundesrat auf, Donald Trump zur «Persona non grata» zu erklären und in der Schweiz nicht willkommen zu heissen – aus Protest gegen dessen verordnete Einreisesperre für Angehörige einiger muslimischer Staaten.

Ob Glättli auch dagegen protestierte, dass Trumps Vorgänger Barack Obama eine ganze Reihe muslimischer Staaten mit Bomben und Drohnenangriffen eindecken liess, ist derweil nicht bekannt. Oder ob er die Staatschefs jener muslimischen Staaten ebenfalls nicht in der Schweiz haben möchte, welche noch heute die Einreise aller israelischen Staatsbürger verweigern.

Bei allem Misstrauen denjenigen Entscheidungen gegenüber, die Donald Trump in seiner Funktion als demokratisch gewählter US-Präsident initiiert – und die notabene auch parlamentarischen Rückhalt benötigen – handelt es sich immerhin um die offizielle Regierungspolitik eines souveränen Nationalstaats. Jammern auf Vorrat, liebe Trump-Hasser, hat noch nie was gebracht. Messen wir den neuen Präsidenten an seinem Leistungsausweis. Dafür braucht er nun Zeit. Und Arbeit gibt es bekanntlich genug.

 

Foto: US-Präsident Donald J. Trump (whitehouse.gov)