Die Freundin meiner Frau ist verwitwete Schweizern, die mit einem Schweizer verheiratet war. Seit Jahren lebt sie im amerikanischen San Diego. Ebenfalls seit Jahren besass sie ein Konto bei der Raiffeisenbank in der Schweiz.

Die Frau bezieht die AHV, weil sie und ihr Mann diese Beiträge dazu jeweils aus Amerika einbezahlt haben. Nun aber wurde sie, wie sie sagt, von der Raiffeisenbank dazu gedrängt, ihr Konto aufzulösen. Die Frau versicherte uns glaubhaft, dass ihr die Schweizer Botschaft daraufhin geraten habe, ein Konto bei der Postfinance zu eröffnen. Das hätte für die Freundin meiner Frau gepasst, weil sie die AHV-Rente gerne in der Schweiz ausbezahlt erhalten hätte, damit sie in ihrem Heimatland bei gelegentlichen Besuchen darüber verfügen könnte.

Die in den USA wohnhafte Witwe ersuchte also die Postfinance ihr ein Konto zu eröffnen. Die Antwort allerdings fiel niederschmetternd aus: „Sehr geehrte Frau… Vielen Dank für Ihr Interesse, aber aus geschäftlichen Gründen senden wir keine Vertragsformulare ins Ausland. Wir bitten deshalb alle Vertragspartner zur Unterzeichnung der Unterlagen und zur Identifizierung in die Schweiz zu reisen und sich hier an eine Poststelle oder eine Postfinance-Filiale zu wenden.“

Ein unglaubliches Vorgehen ist das. Die Frau wird natürlich nicht wegen der Eröffnung eines Kontos von den USA in die Schweiz jetten. Und wir wissen: Es ist unglaublich was hier abgeht und zu verdanken ist es den Schweizer Politikern. Die „Einknicker“ aus Bern sind unfähig sich auf die Hinterbeine zu stellen und sich für Schweizer zu wehren. Können wir so weiter hinter unserem Land und dessen (politischen) Versagern stehen? Oder müsste man diesen „Verrat“ an Schweizer Bürgern (Bankmitarbeiter lassen grüssen…) nicht bald mit anderen Mitteln entgegentreten?

René Kaufmann,
Grindelwald (BE)

06.12.2012 | 1873 Aufrufe