Dass sich die SVP für die Initiative «Ja zu Mundart im Kindergarten» einsetzt, ist erfreulich. Dasselbe kann man allerdings nicht sagen zu einem Beschluss des Verbandes der Zürcher Schulpräsidien. Die Schulpräsidentinnen und -präsidenten unseres Kantons wollten sich zuerst dieser Initiative gegenüber neutral verhalten; nun las man aber in der Tagespresse, dass sie ihre Meinung änderten, plötzlich für ein Nein sind und sogar dem Nein-Komitee einen namhaften Betrag zukommen lassen wollen.

Ganz abgesehen davon, dass die Leute dieses Geld wohl nicht aus dem eigenen Sack bezahlen, sondern es vermutlich aus dem Topf der Steuergelder entwenden, liegt der noch grössere Skandal an einem andern Ort. Zur Begründung heisst es nämlich – und jetzt halte man sich am Stuhl fest – der Verband befürchte, wenn im «Chindsgi» weiterhin Dialekt gesprochen würde, könnte man keine deutschen Kindergärtnerinnen mehr anstellen, denn der Dialekt unserer Kleinen ist offenbar für diese Frauen Chinesisch.

Nicht das Wohl unserer Kinder, nicht ein natürlicher Betrieb im Kindergarten und nicht unsere kulturellen Werte sind also für die Schulpräsidien massgebend, sondern lediglich der rein administrative Aspekt der leichteren Personalrekrutierung. Dieser Verband sollte sich schlicht und einfach schämen! Auf eine solch skandalöse, eigennützige Sichtweise gibt es nur eine Antwort: Ja zu Mundart im Kindergarten!

Leserbrief von Hans-Peter Köhli,
Zürich

  

03.05.2011 | 1358 Aufrufe