Nr. 4  "Glimpflich durch die Krise"  von Philipp Hildebrand
 
Fragen an Herr Hildebrand: Wie kann man in ihrer Funktion als Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) versucht sein, das Vertrauen in das morsche und mafiöse Finanzsystem der EU aufrecht zu erhalten, welches doch die Ursache des Konjunktureinbruchs ist? Den "Vertrauenseinbruch" auf den Konkurs der Lehman Brothers und die Deflationsgefahr zurückzuführen ist geradezu lächerlich.

Hat das "rasant schwindende Vertrauen" nicht schon lange vorher begonnen? Gehen die "Verstaatlichung einzelner Institute" und die "forcierten Fusionen sowie Darlehensgewährungen und Kapitaleinschüsse des Staates zugunsten der Banken" nicht (bewusst) zuungunsten des tragenden Mittelstands? Wie können sie als Positivum erwähnen, dass der Staat die "Einlagen des Sparers", eben dieses Mittelstands, "bis zu einem bestimmten Betrag garantiert", wenn doch das Geld gar nicht mehr vorhanden ist, weil es für "toxische Vermögenswerte" aus dem Fenster geworfen wurde? Ihre Aussage, "die Massnahmen zielten darauf, das Vertrauen der Anleger wiederherzustellen", widerlegt sich von selbst. Benötigt man da zur Orientierung ein "ordentliches Ökonomiebuch"? Wäre Unabhängigkeit vom internationalen Filz für "eine nachhaltige Erholung der Konjunktur" nicht eher angebracht? Mit den verfrühten Interventionen der SNB in den Euro verhinderte man die Aufwertung des Frankens nicht, um so mehr als der Dollar genauso absturzgefährdet ist. Seit wann versucht man einen Staudammbruch mit einem Brett zu verhindern? Immerhin verbilligte sich der Import.
 
Ihre Misswirtschaft als "nationaler Devisenhändler" der UBS in die Schuhe schieben zu wollen, ist nicht fair. Sie waren ja mal Hedge-Fund-Manager und dies in den USA. Jeder der eine Ahnung hat, wusste, worauf sich unsere Grossbanken dort einliessen. Erpressungen waren zu erwarten. Mit der UBS hatte man einen ausgezeichneten Hebelarm gegen die Schweiz, auch als Finanzplatz. Auf diesen Moment hat man gewartet, mit Verbündeten in der UBS, wie auch mit Verbündeten in der EU. Sich mit diesem System zu verbinden, heisst ein Teil dessen zu sein. Das "strategische Unding" Schweiz zu liquidieren, steht schon lange auf der Traktandenliste. Liegen die Gründe der emotionalen Äusserung Junkers gegen die Schweiz vielleicht in der Unzuverlässigkeit unserer Regierung als Finanzplatz-Partner? Werden internationale Verflechtungen nur dann gepflegt wenn sie uns schaden? Die von ihnen Ende 2009 fälschlicherweise angenommene "einzigartige wirtschaftliche Erholung" basierte auf Manipulationen mit nicht verifizierten Dollars, also Betrügereien des Fed. Um wiederum ausländisches Kapital anzuziehen, bzw. den Aktienmarkt ins Rollen zu bringen. Das steht in keinem "ordentlichen Ökonomiebuch". Steht in diesem Buch auch nicht, dass die Hunderte von Milliarden Euros die sie kauften, keinen realen Gegenwert darstellen, sondern für die riesige Schuldentilgung der EU gedruckt wurden? Da sich die EU um ethisch, demokratische Prozesse foutiert, sich an keine Vereinbarungen hält, gestohlene CDs finanziert, fragt man sich, soll diese "Stabilisierung" der Destabilisierung dienen? Ihre Kompetenz ist zu bezweifeln, dies um so mehr als ihr Artikel in dieser Hinsicht keine Klarheit schafft.
 
 
Leserbrief von Bruno Ackermann,
Adligenswil LU

17.03.2011 | 999 Aufrufe