(Zum Artikel von Hermann Lei, in der «Schweizerzeit» vom 14.09.2012)

Ich selbst war mehrmals unten bei den Bagni di Craveggia. Tatsächlich ein geschichtsträchtiger Ort! Im Talmuseum von Loco erfährt man noch anderes: auch oberhalb der von Hermann Lei genannten Bäder war das Onsernone eidgenössisch. Napoleon hat auch hier den Talschluss abgezwackt und es seiner cisalpinischen Republik einverleibt.

So sucht man heute am Isornofluss vergebens einen Grenzstein. Die Grenze ist dort – ganz gegen jede Regel und hierseits (tessinseitig) nur auf einem bodenebenen, flachen Stein eingemeisselt, teils sogar von Geschiebe überdeckt. Erst bei meiner dritten Nachsuche konnte ich die Markierung finden.

Hierüber – auf Schweizergebiet flüchteten damals die von «nazi-fascisti» verfolgten Partisanen mit Frauen und Kindern. Hier schossen die Verfolger auf Tessinergebiet und wurde tragischerweise ein jüdischer Flüchtling tödlich getroffen. Es ist nicht der einzige Ort an unserer Südgrenze, an dem es zu Schusswechseln kam.

Robert Berner,
Rheinfelden AG

13.10.2012 | 1636 Aufrufe