Der deutsche Bundesrat hat das Steuerabkommen mit der Schweiz abgelehnt, nachdem Deutschland schon nach dem ersten Abkommen mit Erfolg auf Nachbesserungen bestanden hatte. Nun verlangt Deutschland erneut weitergehende Nachbesserungen. Warum aber ist ausgerechnet unser Finanzplatz im Visier der Deutschen? Warum droht Steinbrück bedeutenderen Steueroasen wie den USA oder den englischen Kanalinseln nicht mit der Kavallerie und fordert von ihnen den automatischen Informationsaustausch? Weil wir im Gegensatz zu den USA und England schwach und willfährig sind.

Zudem will unsere Regierung einfach nicht einsehen, dass jedes Nachgeben nicht etwa Ruhe, sondern neue, happigere Forderungen zur Folge hat.

Nun zu Plan B: Lassen wir uns vom dreisten Auftreten und den Drohgebärden der Deutschen nicht beeindrucken. Stattdessen kündigen wir alle bisher mit anderen Ländern geschlossenen Steuerabkommen. Dann fordern wir nichts weniger als eine Globallösung im Rahmen der UNO, in der alle Staaten eingebunden sind. Diese Globallösung soll bewirken, dass unser Finanzplatz nicht einseitig (auch gegenüber England und den USA nicht) benachteiligt wird.

Für ein solches Vorgehen ist Bundespräsidentin Widmer-Schlumpf allerdings denkbar ungeeignet. Sie steht für Einknicken, was sie jeweils kalt lächelnd als vernünftig bezeichnet. Die ehemalige SVP-Frau hätte kein Problem, unseren Finanzplatz zu opfern, um sich für ihre Wiederwahl in den Bundesrat die Stimmen der Linken zu sichern, die ihrerseits den Finanzplatz Schweiz am liebsten ausradieren würden.

Otto Weiersmüller,
Uetikon (ZH)

02.12.2012 | 995 Aufrufe