Die Leute haben sich nicht an den Fluglärm gewöhnt, wie ein Leserbriefschreiber neulich meinte, höchstens an die mutlosen Politiker in Bern, die sich vom forschen Auftreten der Deutschen einschüchtern lassen. Dabei ist das seit 10 Jahren aufgezwungene Flugregime ökologisch wie ökonomisch ein absoluter Unsinn, wenn ein von Norden kommendes Flugzeug eine halbe Tour de Suisse machen muss: Jeder Südanflug über stark bewohntem Gebiet erfordert ab dem Warteraum einen Umweg von 70 km, dabei werden pro Flugzeug unnötigerweise rund 875 Liter Kerosin in niedriger Höhe verbrannt.

Bei 25 Flugzeugen in der Stunde entspricht dies 21‘875 Liter Kerosin - entsprechend dem Verbrauch von 875 Lastwagen auf 100 km. Gemäss Zürcher Baudirektion entstehen dadurch pro Jahr mindestens 9 Tonnen krebserregender Feinstaub. Diese skandalöse Situation sollte die Grünen alarmieren, und da sie nicht gegen den Flugbetrieb als solchen sind, müssten sie sich an vorderster Front für optimale ökologische Bedingungen einsetzen, sprich Nordanflug. Mir sind keine grünen Vorstösse zur Vermeidung unnötiger Flugschleifen bei Ost- und Südanflügen bekannt, man bearbeitet lieber Probleme im weit entfernten Japan als sich in der Nähe um ein dringendes Problem zu kümmern, das Gesundheit und Wohlbefinden von Zehntausenden beeinträchtigt.

Mit dem Sieg der Grünen in Baden-Württemberg könnten sie beweisen, dass es ihnen Ernst ist mit ihren ökologischen Anliegen. Doch weit gefehlt, der designierte grüne Ministerpräsident möchte beim aktuellen umweltfeindlichen Modell bleiben. Das von den Grünen geforderte Umdenken könnten sie beweisen mit eigenem Umdenken bezüglich der unsinnigen Süd- und Ostanflüge. Man darf gespannt sein wieviel den Grünen das Wohlbefinden der fluggestressten Bevölkerung Wert ist.

Leserbrief von John Dornbierer,
Wernetshausen ZH

03.05.2011 | 1016 Aufrufe