Im Gegenteil: Das Schweizerkreuz war das Zeichen, mit dem sich im Mittelalter die Kriegsleute aus der Innerschweiz kennzeichneten. Dieses Kreuz ist streng quadratisch, beide Balken sind gleich lang. Dies im deutlichen Unterschied zum christlich-religiösen Kreuz, wie es zum Beispiel die Kreuzfahrer trugen, mit dem nach unten verlängerten senkrechten Mittelbalken. Das Zeichen stammt wohl ursprünglich aus Skandinavien, wo es Kennmarke der Wikinger war. Alle dortigen Länder wie Dänemark, Schweden, Norwegen führen noch heute dieses Kreuz in ihren Wappen. Doch wie gelangte dieses Zeichen in die Schweiz?

Zu meiner Schulzeit haben wir im Geschichtsunterricht noch gelernt, wie nach der alten Volks-Überlieferung das Land rund um den Vierwaldstättersee (etwa zur Zeit der Völkerwanderung) besiedelt wurde. Im Norden herrschte eine grosse Hungersnot. Das Volk kam zusammen und beschloss, dass jede zehnte Familie das Land verlassen müsse. Die Leute zogen nach Süden, und als sie in das Gebiet der Innerschweiz kamen, beschlossen sie zu bleiben, weil diese Gegend mit den vielen Bergen und Seen ihrer Heimat (wahrscheinlich Dalarna in Mittelschweden) so sehr glich. Ihre Anführer hiessen Svito, Gero, Imo, Kusso, was zu den Ortsnamen Schwyz, Gersau, Immensee, Küssnacht führte. Es gibt noch weitere Anzeichen für die These der Besiedlung dieser Gegend durch Wikinger. So trägt der Anführer der Urner im Tellspiel immer einen Helm mit zwei Hörnern – genau wie in der Reklame von «Volvo».

Politische Angelegenheiten wurden hier seit jeher von der Landsgemeinde geregelt, nie von einer aristokratischen Bürokratie wie überall anderswo. Im Schächental ist noch immer das Wort «hälsen», schwedisch für «Glückwünsche überbringen» im Gebrauch. Die Klangfarbe des Muotataler-Dialektes entspricht genau jener von Dalarna.

Kürzlich hat die Organisation «Secondos Plus» (eingewanderte Ausländer) die Abschaffung des bisherigen Schweizerkreuzes als Staatswappen gefordert, weil es ein religiöses Symbol darstelle, das nicht zu ihrer «Multi-Kulti-Staatsauffassung» passe. Die Arroganz dieser Leute wird nur noch übertroffen durch ihr Unwissen.

Hans Baumann,
Brunnen SZ

 

20.10.2011 | 1528 Aufrufe