Zurzeit wird in Bern über den CO2-Ausstoss debattiert. Dabei wird übersehen, dass die Schweiz, im Verhältnis zum Ausland, bezüglich CO2-Reduktion schon viel getan hat. Die CO2-Belastungen kommen nicht nur vom Verkehr. Auch Vulkanausbrüche können zeitweise die Umwelt höher belasten als der ganze Ausstoss in der Schweiz in einem Jahr. Zudem ist zu berücksichtigen, dass das Übel primär bei der Bevölkerungszahl und Bevölkerungsdichte liegt.

Es wirkt etwas befremdend, wenn einerseits gefordert wird die Grenzen für Alle zu öffnen – anderseits jedoch beklagt wird, die natürlichen Lebensgrundlagen würden durch zu hohe Belastungen zerstört. Es ist schlicht unsinnig, hohe CO2-Abgaben zu fordern, wenn man nicht bereit ist, etwas gegen die überhöhte Bevölkerungsdichte zu unternehmen.

Dass die Weltbevölkerung beim Jahreswechsel 2010/2011 rund 6,93 Milliarden Menschen betrug und täglich zunimmt, ist bekannt. Das zeigt: Die Weltbevölkerung hat sich seit 1960 in etwa verdoppelt. Da braucht es keine Experten, um festzustellen, dass mehr Menschen auch mehr Umweltbelastungen erzeugen. Nicht zuletzt sind hier die Entwicklungsländer dafür verantwortlich. Wer glaubt, dass ein Land mit nicht einmal acht Millionen Einwohner im Verhältnis zur Weltbevölkerung von rund sieben Milliarden Menschen – ungefähr eins zu tausend – durch eine hohe Zusatzsteuer einen wesentlichen Beitrag zur CO2-Senkung auf der Welt beitragen kann, darf wohl als Schwärmer gelten. Massnahmen zur Reduktion der Bevölkerungsdichte wären wesentlich sinnvoller. Damit würde nicht nur die Luft verbessert – auch die überhitzten Bodenpreise würden damit reduziert.

Die in der Schweiz vorgesehene CO2-Zusatzsteuer zielt in eine falsche Richtung. Es muss jedem klar werden, es geht bei der CO2-Diskussion in erster Linie um eine höhere Steuerbelastung, die jeden trifft. Also primär um Geld und nicht um die Verbesserung der globalen Umweltbelastung. Bezüglich der globalen CO2-Belastung hat die kleine Schweiz einen unbedeutenden Einfluss. Vor sechzig Jahren waren Schweizer Ingenieure und Facharbeiter weltweit gefragt – heute müssen wir qualifizierte Fachleute ins Land holen. Für unser Land wäre eine wichtige Frage: Wo führt diese Entwicklung hin? Für unser Land scheint mir eine Diskussion dieser Angelegenheit wichtiger und dringlicher als eine Diskussion bezüglich der CO2-Belastung. Ist es richtig, dass wir uns von Ländern, die in Bezug auf den CO2-Ausstoss schlechter dastehen als die Schweiz, vorschreiben lassen, was wir in diesem Bereich zu tun haben? Die zusätzliche CO2-Steuer würde die Teuerung in unserem Land massiv beeinflussen – aber bezüglich der CO2-Minderung weltweit, kaum etwas bewirken.

René Bär,
Cham ZG

 

16.07.2011 | 1356 Aufrufe