Offener Brief an Pascale Bruderer

Sehr geehrte Frau Bruderer,
Ich muss gestehen, dass mich Ihr doch eher schriller Auftritt und Ihre mehrfachen, ungerechtfertigten Attacken auf Adrian Amstutz am Dienstagabend sehr befremdet haben, insbesondere, da Sie ja ohnehin das ganze (linke) Publikum auf Ihrer Seite hatten, das jede von Amstutzens Aussagen ausgebuht und alle linken Voten, auch wenn sie noch so dumm waren, beklatscht hat.  Man hätte meinen können, die SP hätte beide Initiativen gewonnen.

Nachdem Sie ein Jahr lang als Nationalratspräsidentin praktizieren konnten und Ihre Aufgabe zur allgemeinen Zufriedenheit ausgeübt haben, hätte ich von Ihnen doch etwas mehr Objektivität und Distanziertheit erwartet. Dass Simonetta Sommaruga in der fraglichen "Arena"-Sendung nachweislich krass falsche Behauptungen aufgestellt hat, um die Wählerschaft zu beeinflussen (das Protokoll beweist es), ist Adrian Amstutz wohl "in den falschen Hals geraten". Ob seine Aussage "dir verzellid ei Seich am andere" gegenüber einer Bundesrätin nun opportun war oder nicht, darüber kann man sich streiten. Es ist aber auch kein grober Verstoss gegen irgendwelche nicht existierenden Regeln und ein Grund, daraus nun wochenlang in den Medien ein Drama zu veranstalten. Sie haben Adrian Amstutz mit so vernichtenden bösen Blicken eingedeckt, dass mir Angst und Bang wurde um Ihren Nationalratskollegen.

Hat Sie der ständige, einseitige Applaus des noch unreifen Publikums zu solchem "Maschinengegenwehrfeuer" auf Adrian Amstutz angestachelt? Sie haben einen Abend lang leidenschaftlich Anstand und Respekt gepredigt, so dass man meinen könnte, die Linke hätte diese Eigenschaften ausschliesslich für sich gepachtet. Das Verhalten einiger Ihrer Parteikollegen spricht jedoch eine völlig andere Sprache. Es gibt da so ein paar Müsterchen von Berufs-Sozialisten und Revolutions-Nostalgikern, die jede angebliche politische Unkorrektheit der SVP wie Minarett-,  Schäfchen-  oder Stiefel-Inserate bei Weitem in den Schatten stellen. Finden Sie, man sollte z. B. über bühnenreife Auftritte Ihres Parteikollegen und Berner Stadtpräsidenten Tschäppät, die an Primitivität nichts zu wünschen übrig lassen, einfach den Mantel des Schweigens ausbreiten? Darf dieser Flegel auf der Bühne tatsächlich ungestraft "Fuck Blocher" und "Blocher Motherfucker" grölen, nur weil er SP-Mitglied und Stadtpräsident von Bern ist? Oder würde man ihm eventuell "mildernde Umstände" zubilligen, weil der feine Herr Stadtpräsident stockbesoffen war?

Stellen Sie sich den Orkan in der Schweizer Medienlandschaft vor,  wenn ein SVP-Mitglied z. B. das Gleiche von Frau Calmy-Rey gesungen hätte. Darf man sich an einem ex-Bundesratsmitglied, das einem nicht passt, einfach so die Schuhe abputzen, und die Schweizer Medien schweigen alles tot? Ein weiteres Beispiel ist das Inserat mit den splitternackt abgebildeten Ospel, Dougan und Vasella, das Ihr feiner Spezialfreund Cédric Wermuth zu verantworten hat, den Sie noch in Ihrer eleganten Staatskarosse zum SP-Parteitag chauffiert haben. Anfang Jahr haben Ihre respektvollen Juso-Freunde Doris Leuthard auf einem Plakat mit blutverschmierten Händen abgebildet.

Der anwesende Hugo Fasel, CSP und heutiger Caritas -Direktor, tanzte bei der Abwahl von Blocher wie ein wild gewordener Affe, angeblich seine Freudesäusserung, wie er sagte. Messen Sie tatsächlich mit zwei Ellen, d. h. die SP  darf sich ungestraft jede Beleidigung des Gegners erlauben, wogegen man der SVP bei der geringsten Unanständigkeit, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit vorwirft? Warum predigen Sie nicht zuerst einmal Ihren Parteikollegen Anstand und Respekt? Hat man bei Ihnen und Ihrer jungen und linksextremen Gefolgschaft nicht den geringsten Respekt vor Volksentscheiden?

Warum wurden von linken Chaoten nach jeder Abstimmung SVP-Parteibüros in Lausanne, Bern und Zürich verwüstet? Warum werden vor Wahlen ständig SVP-Plakate verschmiert und zerstört? Warum wurde der SVP im Kt. Waadt von einer linken Regierung ein Versammlungslokal verweigert, wogegen UNIA und SP Ihre Tagungen im Beaulieu und an der UNI abhalten konnten? Haben wir in der Schweiz nicht Rede- und Versammlungsfreiheit für jedermann, unabhängig von seiner Parteizugehörigkeit?

Zu dem in Lausanne verabschiedeten Parteiprogramm mit den Forderungen eines EU-Beitritts und Abschaffung der Armee, der Überwindung des Kapitalismus sowie Einführung eines Erwerbsloseneinkommens möchte ich Ihnen herzlich gratulieren!
Die SP hat damit den Vogel abgeschossen und sich für die Wahlen 2011 eine "glänzende" Ausgangslage geschaffen. Ich sage Ihnen voraus: Schon bei den noch anstehenden Wahlen z. B. in den Kantonen Zürich, Luzern u.a, wird die SP einen "grandiosen Absturz" erleiden. Die Krönung des Desasters wird dann im Spätherbst 2011 bei den eidgenössischen Wahlen folgen. Den anderen Parteien solls recht sein!

Mit freundlichen Grüssen

Robert Nieth, Walchwil ZG

12.01.2011 | 1882 Aufrufe