Mit einer Bürgerwehr will Grossrat Rene Kunz in der Wynentaler Gemeinde Reinach für mehr Sicherheit sorgen. Doch die Idee erntet massive Kritik: Politiker von links bis rechts sprechen sich entschieden dagegen aus. Interessant, dass schon alleine das Wort Bürgerwehr gewisse Volks- und Staatsvertreter Gift und Galle spucken lassen. Hinter so hochemotionalen, schon fast irrationalen Überreaktionen stecken oft versteckte, verdrängte Elemente.

Schauen wir diese mal genauer an: Seit der Einführung der Personenfreizügigkeit, des Schengen-Dublin-Abkommens und der Abschaffung der Grenzsicherung, nimmt Kriminalität und Gewalt, im Alltag vom Bürger deutlich spürbar, konstant und rasant zu. Justiz, Strafverfolgung, Strafvollzug, Polizeikapazitäten- und Kompetenzen wurden bis jetzt - den neuen, mittlerweilen unhaltbaren Um- und Missständen - immer noch nicht angepasst. Der Bürger fühlt sich zu Recht, ausgeliefert, im Stich gelassen, mit dem Rücken an der Wand stehend. Naturgegebene und einzig mögliche Reaktionen auf solche Bedrohungssituationen sind: Flucht (also den Lebensraum verlassen, Umziehen oder Auswandern), sich aus dem Alltags- und Sozialleben komplett zurückziehen, sämtliche Konfrontationsmöglichkeiten meiden, seine Gefühle abtöten, beispielsweise mit Alkohol und Drogen, kämpfen (sich für teures Geld bewachen, welches längst nicht alle haben, sein Heim mechanisch und elektronisch sichern, misstrauisch sein, Wachsamkeit an den Tag legen, Kampfbereitschaft signalisieren und damit enorme, konstante innere Anspannung erzeugen und eben Bürgerwehren initiieren).

Eigentlich verständlich dass die für all dies verantwortlichen Volks- und Staatsvertreter, gereizt und nervös reagieren, wenn Ihnen durch das Aufkeimen von Bürgerwehren, ihr eigenes, klägliche Versagen vor Augen geführt wird.

Orfeo Giuliani,
Jonen (AG)

20.12.2012 | 1278 Aufrufe