Italiens Finanzminister Giuglio Tremonti hat bekanntlich die Schweiz auf eine schwarze Liste gesetzt. Seither werden italienische Firmen, die Waren aus unserem Land importieren, von den dortigen Behörden schikaniert. Ziel dieser Massnahmen ist die Beeinträchtigung der Schweizer Exporte nach Italien, um erpresserische Forderungen nach automatischer Informationspflicht in Steuerfragen durchzusetzen.

Die Reaktion des Bundesrates bestand bisher lediglich in einem Besuch unserer freundlich lächelnden Aussenministerin bei Silvio Berlusconi. Das einzige konkrete Resultat dieses Besuches dürften ihre Reisespesen gewesen sein.

Im Gegensatz zu unserer Landesregierung hat der Tessiner Staatsrat Marco Borradori erkannt, dass zur Lösung des Problems nur ein Wink mit der Keule etwas bringt. Er machte das Richtige, indem er veranlasste, dass sein Kanton die Hälfte der Italien zustehenden Steuerbeträge seiner Grenzgänger einfriert, bis in Italien die Vernunft einkehrt. Schon deshalb gehört er eigentlich in den Bundesrat. Doch da gibt es ein unüberwindbares Hindernis. Der wackere Signor Borradori ist nämlich in der falschen Partei!

Otto Weiersmüller,
Uetikon ZH

 

 

20.07.2011 | 1191 Aufrufe