Selbstverständlich sind sexuelle Übergriffe, kürzlich Thema in allen Medien, streng zu ahnden. Nun konnten sich aber etliche Frauen eine Show-Karriere aufbauen, indem sie sich nicht rechtzeitig wehrten, sich nun aber nachträglich, nach erreichtem Ziel, wegen Übergriffen beklagen. Was zur Förderung der Karriere noch knapp verständlich sein mag, ist jedoch scheinheilig. Dass sich nun aber auch Frau Hinz und Kunz der #MeToo-(Ich auch) Bewegung anschliessen, wirkt lächerlich und erweckt den Eindruck, dass man sich in der Öffentlichkeit wichtig machen will.

Ein Beispiel: In der Fernseh-Sendung «Bares für Rares» erlaubt sich Moderator Horst Lichter am laufenden Band Übergriffe, indem er Teilnehmerinnen betatscht, abschmatzt und an sich drückt, ohne dass sich je eine Frau gewehrt hat. Man kommt ja vielleicht nur ein einziges Mal im Leben im Fernsehen und muss sich dafür schon einiges gefallen lassen, denken sie wohl. Das Verhalten erinnert an die Geschichte von Aschenbrödel, wo sich die hässliche Schwester bis zur Selbstverstümmelung plagt, um am Ball des Prinzen teilnehmen zu können. Joachim Ringelnatz hat es vor vielen Jahren auf den Punkt gebracht: «Das Berühren der Figüren mit den Pfoten ist verboten.» 

Ulrich Krummenacher, Gwatt

22.03.2018 | 4771 Aufrufe