Das wunderschöne Apfelbäumchen von Economiesuisse hat es mir angetan. Es hängen immerhin kostbare Früchte im Wert von neun bis zehn Millionen Franken daran. Es kann sogar sprechen und flötet: «SVP-Abschottungs-Initiative: Nein». Damit scheint mir das Bäumchen aber über das Ziel hinausgeschossen zu haben, da dieser Vorwurf nun wirklich völlig deplatziert und grotesk anmutet.

Was in aller Welt hat die Absicht, die Einwanderung in unser Land wieder in die eigenen Hände zu nehmen, mit «Abschottung» zu tun? Auch die schönsten rotbackigen Äpfel können manchmal innen faul sein, und wenn ich zuschauen muss, wie unser Land von innen her immer mehr von Fäulnis zerfressen wird, dann schwant mir Böses.

Auch für unsere Ur-Eltern Adam und Eva hat ein Apfelbaum Schicksal gespielt. Daraus kroch die berüchtigte Schlange hervor, die unseren Adam zum Biss in die knackige, aber verbotene Frucht verleitete. Dies hatte auch für uns, seine Nachfahren, die immer währende Verbannung aus dem Paradies zur Folge. Nichtsdestotrotz haben es unsere eidgenössischen Vorfahren über die Jahrhunderte hinweg fertiggebracht, aus einem kargen, steinigen Alpenland mit Mut, Erfindergeist und einem unbändigen Willen ein neues, kleines Paradies in Wohlstand, Unabhängigkeit und Freiheit zu erschaffen.

Dieses weltweit einzigartige, wunderbare Kleinod sieht sich nun aber in akuter Gefahr, von nach höheren Weihen strebenden «Grossraumsüchtigen» ausgelöscht zu werden! Hierzulande möchten es elitäre, eigennützige Wirtschaftskreise auf dem Altar ihrer Geld- und Machtgier schlachten. Eigentlich müsste es längst jedem Kinde dämmern, dass diesen machtlüsternen Internationalisten jedes Mittel recht ist, um uns an ein marodes, am finanziellen Hungertuch nagendes, sowjetähnliches Machtgebilde zu verkaufen. Ihre Verführungskünste sind unglaubwürdig und possenhaft. Die von unseren Vorfahren über die Jahrhunderte mit Blut, Schweiss und Tränen erkämpfte Freiheit, Demokratie und Unabhängigkeit ist diesen Weltbürgern von Economiesuisse einen Pfifferling wert. Sollte unser geliebtes Landeinst in einer zentralisierten EU-Oligarchie aufgehen müssen, könnten sie ja Ihre Geschäfte weiterhin frisch-fröhlich von den USA, von Singapur oder von Dubai aus betreiben.

Bevor es soweit ist, möchte ich aber den Geist des seit einer Fernsehsendung 1992 im Bundesbriefarchiv in Schwyz legendären und leider 2005 verstorbenen Syti Domini heraufbeschwören. Seine Ländlerkapelle wurde nach dieser Sendung überall boykottiert, aber Domini hat die Abstimmung gewonnen! Seinem «Duellpartner» Adolf Ogi haben wir es schliesslich zu verdanken, dass der EWR abgelehnt wurde. Der sportliche SVP- Bundesrat verstieg sich in diesem heissen Schlagabtausch zur Behauptung, der EWR sei das Trainingslager für die EU! Danke, Domini, du bleibst unvergessen!

Robert Nieth
Walchwil ZG

05.12.2013 | 3121 Aufrufe