Ein heisser «Asyl-Sommer» steht an

Die EU-Regierungschefs hielten mal wieder einen Migrations-Gipfel ab. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel freut sich, dass dieser den Weg für eine «europäische Lösung» geebnet habe. Während wir in der Schweiz schon über geringe Zuwanderungsbegrenzungen jahrelang streiten, bahnt sich diesen Sommer – von der südlichen Sahara ausgehend – ein wahrer Migrations-Tsunami an, auf den wir, ebenso die EU, auch nach dem neusten Gipfel nicht vorbereitet sein werden.

Freitags-Kommentar vom 29. Juni 2018,
von Anian Liebrand, Redaktion «Schweizerzeit»

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Quellen aus Marokko, so berichten alternative Medien, warnen vor einer massiven Migrationswelle aus Afrika. Von der südlichen Sahara aus bewegt sich dieser Tage nicht weniger als eine Million Migranten an die marokkanische Küste. Dazu kommt: Auch auf der neuen Balkan-Route befinden sich Zehntausende von Migranten auf dem Weg nach Europa. Sie alle haben nur ein Ziel vor Augen: Sie wollen den Schengen-Raum erreichen, um – wie seit 2015 Millionen vor ihnen – dort ein dauerhaftes Bleiberecht für sich und möglichst viele Verwandte zu erschleichen.

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Trügerisches Mantra

Das Mantra, dass die Asylzahlen in der Schweiz und der EU kontinuierlich sinken würden, trügt! Noch nie waren so viele Menschen auf der Flucht wie heute. Ende 2017 waren es 68,5 Millionen Menschen – mehr als alle Einwohner Frankreichs. Und nun, da das Wetter wärmer geworden ist und die EU noch immer keine einheitliche Politik zur Errichtung einer «Festung Europa» fertig gebracht hat, droht die Situation vollends zu eskalieren.

Einer der viel zu lange verschwiegenen Hauptgründe für die wieder steigende Migration ist die demographische Entwicklung Afrikas (die «Schweizerzeit» berichtete). Die mathematisch berechenbare Bevölkerungsentwicklung afrikanischer Staaten wird sich zwangsläufig in massiven Migrationswellen in Richtung Europa entladen. Das ist kein Blick in die Glaskugel – wir sind mittendrin in dieser Entwicklung! Das sagt auch eine wachsende Zahl renommierter Experten.

«950 Millionen wollen weg»

Noch bevor Angela Merkel im Herbst 2015 mit ihrem als epochaler Fehler in die Weltgeschichte eingehenden Ausruf «Wir schaffen das!» eine richtig gehende Lawine unkontrollierter Einwanderung nach Deutschland begünstigte, veröffentliche der Wirtschaftswissenschaftler und Soziologe Prof. Dr. Dr. Gunnar Heinsohn im Juni 2015 sein sorgfältig erarbeitetes Bevölkerungswachstums-Szenario für Europa.

Heinsohn geht davon aus, dass 950 Millionen Menschen aus Afrika und arabischen Ländern im Jahre 2050 auswandern wollen. Auf diesen Wert kommt er, indem er die Ergebnisse einer breit angelegten, repräsentativen Umfrage des führenden «Gallup»-Meinungsforschungsinstituts aus dem Jahr 2009 hochrechnet. Niemals zuvor wollten so viele Menschen ihre Heimat verlassen, wobei die effektiv zu erwartende Zahl wahrscheinlich noch höher liegen dürfte, da sich die Wirtschaftslage in vielen Gegenden Afrikas und dem Nahen Osten seit 2009 mit dem Aufkommen der IS- und «Boko Haram»-Terrormilizen oder dem Syrien-Krieg nochmals massiv verschlechterte.

Hoffnung auf besseres Leben

Zu ähnlichen Schlüssen kommt der amerikanische Professor Stephen Smith in seinem in Frankreich zum Referenzwerk gekürten Buch «La ruée vers l’Europe» (Der Ansturm auf Europa). Wie die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» schreibt, war Smith journalistisch lange im Milieu der französischen Linken zu Hause. Für diverse Medien bereiste er zwanzig Jahre lang Afrika und schrieb darüber. Smith kalkuliert in seinem Buch: Während heute rund neun Millionen in Europa wohnende Menschen aus Afrika stammen, würden es bis 2050 unvorstellbare 150 bis 200 Millionen sein. «Überwiegend sind es nicht die ganz Armen, die fliehen, sondern es ist die entstehende afrikanische Mittelklasse, die auf ein besseres Leben in Europa setzt», erklärt Smith.

Während eine europäische Frau gegenwärtig im Durchschnitt 1,4 Kinder gebärt, so rechnete es der Bevölkerungswissenschaftler Dudo Erny in der «Schweizerzeit» vor, haben afrikanische Frauen – je nach Land – zwischen 5,5 und 6,5 Kinder. Bis im Jahr 2100 werde Afrika drei Milliarden Menschen mehr zählen als heute, insgesamt 4,2 Milliarden. Der weltweite Bevölkerungsüberschuss pro Tag beträgt derzeit 220‘000 Menschen, betroffen sind vor allem Afrika und Asien. Pro Jahr macht das einen Überschuss von rund 80 Millionen. Und wenn das eigene Land die zunehmende Bevölkerung nicht versorgen kann und diese erfährt, dass man woanders viel besser leben kann, führt dies logischerweise zu wachsenden Migrationsbewegungen.

EU-Gipfel bringt nichts

Auch der jüngste EU-Gipfel wird nichts daran ändern, dass sich Millionen von Migranten aus Afrika und dem Nahen Osten für eine Überfahrt nach Europa aufmachen. Der die Medienberichterstattung der letzten Woche dominierende Pseudo-Konflikt zwischen CDU und CSU, ob Deutschland nun Asylbewerber in Eigenregie ablehnen darf oder nicht, ist dabei nichts als Makulatur, der das grundlegende Problem nicht einmal im Ansatz streift. Die entscheidende Frage ist vielmehr, welche Signale die europäischen Staaten gegenüber migrationswilligen Personen aussenden und welche Massnahmen diese gegen illegale Grenzübertritte anwenden.

Allein im Jahr 2016 sind fast 18 Milliarden Euro aus Deutschland zurück in die Herkunftsländer geflossen – mehr als sechs Milliarden mehr als noch im Jahr 2007. Das berichtet DIE WELT, gestützt auf Zahlen der Weltbank. In einigen Ländern stellen diese Überweisungen eine wichtige Einkommensquelle dar und machen rund einen Drittel des Bruttoinlandsprodukts aus. Solange auch illegal eingereiste Migranten aus Europa Jahr für Jahr Milliardenbeiträge in ihre Heimat schicken können und Familiennachzug grosszügig gewährt wird, wird die Attraktivität für weitere Zuwanderung nicht sinken.

Zahlungen als Migrationsanreize

In der Schweiz betragen diese Zahlungen, die zumeist direkt von Sozialhilfeleistungen stammen und über Dienste wie «Western Union» abgewickelt werden, übrigens rund 7 Milliarden Franken. Konkret heisst das etwa: Schafft von einer mittelständischen Familie aus Afrika mit fünf Kindern nur ein einziges dieser Kinder den Sprung nach Deutschland oder die Schweiz, hat diese Familie für den Rest ihres Lebens ausgesorgt. Mit den regelmässigen Zahlungen aus Europa lassen sich nämlich auch die teuren Schlepper-Dienste bezahlen.

Solange diese Perspektiven bestehen, wird die Migrationswelle nicht abnehmen. Im Gegenteil: Die europäischen Gesellschaften werden überrannt und unwiederbringbar umgepflügt werden.

Anian Liebrand

Bild: ZVG / Schweizerzeit

 

Aktuelle Sendung «Schweizerzeit Magazin» vom 29. Juni 2018 zum Thema «Polizist im Kreuzfeuer der Justiz»

02.07.2018 | 4548 Aufrufe