Das linke Sprachrohr der Bundesverwaltung, das Seco (Staatssekretariat für Wirtschaft), hat wieder einmal gebrütet und das seit 15 Jahren laufende Personenfreizügigkeitsabkommen Schweiz-EU in den höchsten Tönen gelobt. Das Bruttoinlandprodukt sei gestiegen – was für ein Wunder bei 1,4 Millionen mehr Konsumenten! Der Wohlstand habe zugenommen, und «wir alle» hätten profitiert. Wir alle? Vielleicht Manager, Verwaltungsräte grosser Konzerne und Bankdirektoren, der ganz normale Büezer und Bürger aber wohl kaum. Noch absurder ist die Schlussfolgerung, mit der Zuwanderung habe «keine Verdrängung» bei den Arbeitsplätzen stattgefunden.

Tatsache ist: Unsere Pendler müssen bald wie in Indien auf den Waggons der SBB transportiert werden, weil es in den Abteilen keine Plätze mehr hat, die Mietkosten sind ins Unermessliche gestiegen, junge Familien können sich kein Haus mehr leisten, weil die Bodenpreise explodiert sind, unsere Landschaften sind mit dem Bauboom verschandelt worden, die Gefängnisse sind überfüllt, die Sozialkosten sind aus dem Ruder gelaufen, 55-Jährige werden gekündigt, weil sie durch billige Arbeitskräfte aus dem Ausland verdrängt werden, Asylanten erhalten höhere Leistungen als unsere Rentner – und so weiter und so fort. Vielleicht erwachen die Verantwortlichen des Seco gelegentlich aus ihrem Tiefschlaf.


Max Huber, Wetzikon

31.08.2017 | 2183 Aufrufe