Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf versicherte mehrmals, an der Abgeltungssteuer festzuhalten, Nachverhandlungen gebe es keine. Plötzlich will sie über einen automatischen Informationsaustausch nachdenken. Im Klartext, der einseitige automatische Informationsaustausch (ohne Gegenrecht und zum Nulltarif) dürfte für sie beschlossene Sache sein.

Andere Länder, allen voran die USA als aggressivste Kritiker unseres Finanzplatzes, denken hingegen nicht einmal im Traum über eine Abgeltungssteuer oder gar einen automatischen Informationsaustausch nach. Warum dieser plötzliche Sinneswandel von Widmer-Schlumpf? Sie wurde Bundesrätin, indem sie ihre damalige Partei (SVP) hintergangen und mit dem politischen Gegner (SP) paktiert hat. Folglich wird sie kalt lächelnd auch unser Land hintergehen, wenn sie darin einen persönlichen Vorteil sieht. Denn um Bundesrätin zu bleiben, muss sie im Sinn der Linken politisieren.

Im Visier linker Politik ist aber bekanntlich der Finanzplatz Schweiz. Dass sie von ihren «Gegenspielern» (eher Kumpanen), dem EU-Botschafter Jones und dem Ministerpräsident von Nordrhein-Westfahlen Walter-Borjans, für ihre Kehrtwende gelobt worden ist, sagt alles. Bezeichnend ist auch, dass sowohl diese beiden Herren, als auch Widmer-Schlumpf nur das schweizerische Bankgeheimnis bekämpfen. Das amerikanische oder das englische Bankgeheimnis (Kanalinseln) ist nämlich für alle drei tabu.

Otto Weiersmüller,
Uetikon AG

14.01.2013 | 1214 Aufrufe