Löhne sind Folge eines Arbeitsvertrages, der von beiden Seiten freiwillig, bei hohen Löhnen oft als Resultat von Verhandlungen, eingegangen wurde. Die 1:12-Initiative beschneidet die Freiheit auf dem Arbeitsmarkt. Sie zwingt Unternehmen, entweder für Tieflohnarbeit mehr zu bezahlen und damit höhere Kosten als an einem anderen Standort in Kauf zu nehmen, oder, im Höchstlohnbereich, weniger bezahlen zu dürfen und nicht mehr die gewollten Personen zu finden. Die Folge: Der Arbeitsmarkt findet dort statt, wo das Unternehmen diese Einschränkung nicht hat. Damit verliert die Schweiz Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und Konsumausgaben der Verdienenden und Gutverdienenden. Alle werden ärmer.

Überdies beseitigt die 1:12-Initiative keine soziales Leid: Armut hat in der Schweiz andere Ursachen als zu hohe Lohnunterschiede oder tiefe Löhne, z.B. lange Arbeitslosigkeit, Suchtproblematiken, Alleinstehende, die mehrere Kinder ernähren müssen und nur Teilzeit arbeiten können; Fälle, für die wir eine gut ausgebaute Sozialhilfe haben. Statt zu helfen, bedient die 1:12-Initiative der Jungsozialisten lediglich den Neid auf diejenigen, die vielleicht tatsächlich gemessen an ihrer Leistung zu viel verdienen. Neid ist jedoch kein ehrenhaftes Ziel: Die Initiative gehört wuchtig abgelehnt.

Matthias Hauser, Hüntwangen
Kantonsrat

08.11.2013 | 2181 Aufrufe