Nr. 7, 16. März 2001

Pädophilie als politisches Instrument
Bittere Früchte der Achtundsechziger
Von Christa Meves, Uelzen (Deutschland)

Der heute verbreitete Kindesmissbrauch ist eine Frucht der Achtundsechziger-Bewegung. Zu dieser erschreckenden Erkenntnis gelangt Christa Meves, die prominente und im deutschen Sprachraum führende Kinderpsychologin, in einem aktuellen, nachstehend ungekürzt abge- druckten Aufsatz.

Bereits vor dreissig Jahren hat Christa Meves vor den gefährlichen Experimenten der Achtundsechziger mit der Sexualität von Kindern gewarnt. Die dramatische Zunahme der polizeilich festgestellten sexuel- len Übergriffe gegen Kinder in den letzten Jahren lässt Meves' frühere Warnungen als visionäre Voraus- sage einer bedenklichen moralischen Entwicklung erscheinen. Wahrheit scheibchenweise - das lässt sich bei den hochrangigen Akteuren der Diskussion über die Vergangenheit der Achtundsechziger durchaus verstehen. Warum sollten sie der neugierigen Öffentlichkeit eigentlich auch mehr Einzelheiten über ihre Umtriebe von einst, diesen Staat und sein «Establishment» zugunsten eines neu zu instal- lierenden «Arbeitsparadieses» abzuschaffen, freiwillig zur Verfügung stellen? Und abgesehen davon, dass sich in den letzten Wochen erwies, wie schön fest die Sättel der zur Macht gekommenen einsti- gen Kommunarden nun bereits installiert sind, könnte durch zuviel Bekenntnisfreude die neue Möglich- keit, nun nicht mehr als APO, sondern jetzt mit der Staatsmacht selbst eher vorsichtig zum Arbeiter- paradies vorzustossen, doch eventuell gefährdet werden. Vor allem muss versucht werden, in der Gesellschaft die blauäugige Vorstellung zu verstärken, es hätte sich in den Köpfen und Herzen der Alt- Achtundsechziger «Wandlung» vollzogen - hin zu vollreifem Realitätssinn, weg von schlagkräftigen «Jugendsünden».

Soweit so einsichtig. Aber dann gibt es immer wieder Querschläge, z. B. aus der ausländischen Presse, die naturgemäss frei ist von deutscher linker Meinungsdiktatur. So erschienen z. B. im Londo- ner «The Observer» ebenso wie in der «Schweizerzeit» ausführliche Darstellungen über Cohn-Bendits Erlebnisschilderungen in seinem Buch: «Der grosse Basar» über seine zweijährige Dienstzeit in einem Frankfurter Kindergarten, sprich «Kinderladen». Hier beschreibt der heutige Europa-Abgeordnete in unverblümter Offenheit seine pädophilen Erfahrungen mit den kleinen Mädchen dort.

«Neue Sexualmoral»
Durch Veröffentlichungen dieser Art entsteht zwar - soweit dergleichen überhaupt zu einem öffentlichen Thema wird - so etwas wie Erstaunen oder auch unwirksame (weil dem Kleinbürgertum zuzurechnende) moralische Entrüstung. Aber dem lässt sich leicht beikommen: Der Wandlungsstrategie gemäss braucht man nur zu erklären (O-Ton Cohn-Bendit): «Das hätte nie geschrieben werden dürfen.» Und doch wäre tiefere Forschung, wäre Vergangenheitsbewältigung angezeigt, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen; denn dieser Schoss ist fruchtbar noch und lässt sich durch Verkleidung mit Massanzügen und feingeknöpften Westen nicht zudecken.

Schliesslich trieb den Kommunarden Cohn-Bendit ja nicht eine subjektive pädophile Lust zu dem zwei- jährigen Dienst im Kinderladen, sondern, wie er selbst bekundet, war die «Schaffung einer neuen Sexualmoral» ein gewichtiger Pfeiler des heeren Marsches durch die Institutionen. Dabei war das Programm der Erziehung der Kinder zur «polymorph-perversen Sexualität» ein Teil der Realisierung des marxistischen Menschenbildes: Der an sich gute Mensch sollte befreit von der bourgeoisen Eierschale Familie und befreit von der repressiven Beeinflussung durch autoritäre Erzieher zu seinem Eigentlichen gebracht werden: Zum Lernen, zum Praktizieren von Sexualität ab dem Säuglingsalter, um die junge Generation von ihren hinderlichen Wurzeln durch beschränkte Eltern zu befreien und sie damit als «revolutionäres Potential» für die Gesellschaftsveränderung benutzen zu können.

Das waren die drei gezielten Stossrichtungen: Gewinnung der Arbeiter durch Überzeugungsarbeit mit Hilfe der Einschleusung von «Revoluzzern» in die Betriebe, Entmachtung der Universitäten durch Eroberung der Geisteswissenschaften mit Hilfe der Durchsetzung von Mitbestimmung der Studenten sowie die Gewinnung der jungen Generation durch Sexualisierung von Kindesbeinen an.

Es ist also unzureichend, im Hinblick auf die hier voll als politisches Instrument gedachte Pädophilie allein subjektive Neigungen der einzelnen Akteure zu unterstellen - die Pädophilie war hingegen ein fester Bestandteil des ideologischen Konzepts, und die Verwirklichung dieses Programms vor allem trieb Cohn-Bendit in den Frankfurter Kinderladen.

Politisches Instrument
Man könnte dergleichen nun wirklich getrost ad acta legen, wenn dieser Programmpunkt des Marsches durch die Institutionen nicht im Laufe der vergangenen 30 Jahre solche verheerenden Auswirkungen gehabt hätte und ohne jede Einsicht in die Zusammenhänge im Mainstream auch fortlaufend weiterhin hat; denn wenn unverblümte Programmschriften nun auch nicht mehr nötig sind, wenn schliesslich sogar die Forderung nach Pädophilie aus dem grünen Parteiprogramm verschwunden ist, wenn es auch durch die epidemische Zunahme der Sexualverbrechen an Kindern nun als letzte Tat der CDU-Regierung zu einer späten Verschärfung der die Pädophilie eingrenzenden Gesetze gekommen ist, so ist die Tendenz zur Sexualisierung der Kinder in den elektronischen Medien, der Schulsexualerziehung, den Aufklärungsbroschüren der Regierung doch weiterhin ungebrochen. Bevor dieser Zusammenhang nicht ins gesellschaftliche Bewusstsein tritt, kann der Marsch zur Verwirklichung der sozialistischen Einheits- gesellschaft Europas nicht gestoppt werden.

Schlimme Folgen
Von der seriösen Entwicklungspsychologie her lässt sich erkennen, dass in der jungen Generation durch diese unsägliche Ideologie viel Schaden entstanden ist; denn Sex von Kindheit an macht ja nicht frei, sondern birgt die Gefahr der Fesselung an den Grosstrieb in sich - vor allem im männlichen Geschlecht.

Deshalb konnte man die Entwicklung zu einem seelisch kranken Kinderschändertum als Frucht dieser indoktrinierenden Fehlentwicklung von der Warte der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie aus wohl voraussagen, und ich habe meine Prognose - 1971 für das Ende des Jahrhunderts erstellt - vor allem publiziert, um wenigstens dann mit Hilfe der verheerenden Folgen auf späte Einsicht zu hoffen. Die Stunde der Wahrheit sollte jetzt schlagen, wenn wir nicht erneut fürchten wollen, dass abermals die verdummten Kälber ihre Verderber selber wählen.

Christa Meves