Taschenspielertricks
Wäre die zur Diskussion stehende Zahlung der
Schweiz Gegenstand der Bilateralen Verträge II gewesen, so hätte
eine entsprechende Verpflichtung der Schweiz in diese Verträge aufgenommen
werden müssen. Effektiv hat man die entsprechende Verpflichtung nicht
in die Verträge aufgenommen, um damit die Annahme der Bilateralen II
in der Volksabstimmung nicht zu gefährden. Im Nachhinein stellt sich
aber die Classe politique auf den Standpunkt, die Verträge der Bilateralen
II seien inhaltlich verbunden mit der zusätzlichen Zahlungsverpflichtung
der Schweiz.
Die Stimmbürger wurden
also bewusst getäuscht bei der Abstimmung über die Bilateralen II,
indem man dort die zusätzliche Milliardenverpflichtung weggelassen hat,
um dann nachher bei der Diskussion über die Milliardenzahlung zu argumentieren,
diese Zahlung sei ein Teil des Kaufpreises der Schweiz für den Abschluss
der Bilateralen II. In dieser Art des Vorgehens sehe ich den effektiven politischen
Skandal. Der Gegenstand der Frage ist, ob sie Schweiz zusätzlich zu den
Verpflichtungen aus den Bilateralen II auch noch die Milliarde bezahlen muss,
die angeblich im Zusammenhang mit der Bilateralen II vom Bundesrat versprochen
worden sei, aus taktischen Gründen aber aus dem Vertragswerk herausgehalten
worden sei. Die Anwendung entsprechender Taschenspielertricks ist geeignet,
das Vertrauen des Volkes in die zuständigen Behörden zu zerstören
und soll deshalb nicht durch den Stimmbürger sanktioniert werden.
Dr. Bernhard Gelzer,
Basel