Augiasstall
SRG
Die Leitung der SRG beantragt neuerdings eine Erhöhung
der Konzessionsgebühren um volle 6,5 Prozent, d.h. um 72 Millionen Franken.
Diese unerhörte Zumutung wurde denn auch umgehend in Leserbriefen aufs
heftigste kritisiert. Mangels einer wirksamen politischen Kontrolle hat sich
innerhalb der SRG eine Eigendynamik entwickelt, der dringend Einhalt geboten
werden sollte.
Höchst überflüssig war beim Fernsehen bereits die Einführung eines zweiten Kanals, und dies gleich bei allen Sendern der drei wichtigsten Landessprachen. Was namentlich vom Leutschenbach geboten wird, ist - in Missachtung der mit der Konzession verbundenen Verpflichtungen - zu einem guten Teil billiger Tratsch und wurde so gewissermassen zum Aushängeschild eines tief gesunkenen kulturellen Niveaus unseres Landes. Statt das Sendegefäss noch weiter mit minderwertiger Ware aufzustocken, müsste zuerst einmal der Rotstift angesetzt werden, z.B. nach dem Muster der britischen BBC, wo seit 2004 an die 6000 Stellen abgebaut wurden.
Bei einem Budget von 1,5
Milliarden Franken besteht jedenfalls für die SRG nicht der geringste
Anlass, die Gebühren schon wieder zu erhöhen, dies um so mehr als
die Zahl der Haushalte und damit die Zahl der Abonnenten weiterhin deutlich
ansteigt. Bereits der durch ein zweites Programm verursachte Mehrverbrauch
an Energie lässt sich heute schlicht und einfach nicht mehr verantworten,
dies um so mehr als inzwischen die grosse Zahl an Sendern eine noch so vielfältige
Programmauswahl ermöglicht.
Traugott Voegeli-Tschirky,
Leibstadt AG