Politisierende Theologen

Im Vorfeld der vergangenen Abstimmung hat der noch amtierende Präsident der Schweizerischen Bischofskonferenz mit einem halbseitigen Inserat in einer Gratiszeitung sozusagen von Amtes wegen in Wort und Bild gegen das Asylgesetz geworben. Fast zur gleichen Zeit sprach der künftige Präsident der Bischofskonferenz in mehreren Medien den derzeit umstrittenen Minaretten das Wort. Wenn das die beiden Bischöfe als Bürger getan hätten, so wäre dagegen nichts einzuwenden. Weil sie es aber in Amt und Würde und im Bild in vollem Ornat taten, so ist das etwas anderes.

Ich erinnere mich: Früher hatten wir eine Geistlichkeit aus anerkannten Seelsorgern und diese hatten volle Kirchen. Heute wird vermehrt in Politik missioniert, dafür sind ihre Kirchen leer. So frage ich mich nun: Wollen unsere politisierenden Theologen aller Stufen wirklich, dass wir politisch anders denkenden Katholiken diese Institution Katholische Kirche zunehmend überhaupt nicht mehr mittragen können?

Dr. Isidor Bürgi, Frick AG