Hiobsbotschaften
Die Nachrichten vom 31. August waren nichts anderes als eine Reihe von Hiobsbotschaften. Überschwemmungen, Wirbelstürme und vieles andere mehr. Am meisten beschäftigte mich eine kurze Mitteilung. Da sind in Pakistan fünf junge Frauen, die nichts weiter verbrochen haben, als sich ihren Mann selbst auszusuchen, lebendig begraben worden. So etwas muss einem wirklich zu denken geben, wenn man sich vorstellt, was diese Frauen gelitten haben, für etwas, was bei uns selbstverständlich ist. In der gleichen Zeitspanne ist unsere Aussenministerin mit einem Tuch auf dem Kopf nach Teheran gereist und hat sich unterwürfig mit einem Staatspräsidenten unterhalten, der die Vernichtung Israels auf seine Fahne geschrieben hat. Unser Bundespräsident hat den Muslimen zu Beginn des Ramadan Glück gewünscht. Hat er je zuvor bei einer anderen Gelegenheit z.B. die jährliche grosse Pfingstversammlung in Bern, oder der Auffahrtsfeier der Heilsarmee nur ein Wort gewidmet? Zur gleichen Zeit wurde auch die Minarett-Initiative in Bern eingereicht und in bedenklich kurzer Zeit darnach vom Bundesrat zur Ablehnung empfohlen. Ich möchte jetzt Frau Widmer-Schlumpf, die die Ablehnung kommentiert hat, fragen, ob sie auch bereit gewesen wäre, sich beschneiden zu lassen und mit Kopftuch und Rock und Mantel bis zum Boden den Mann zu heiraten, der ihr zugeteilt würde, den sie vielleicht gar nicht liebte und vorher überhaupt nie gesehen hätte? Wenn diese Minarett-lnitiative abgelehnt würde, so kämen postwendend noch viele ungeahnte Forderungen dazu. Die Terrorismusgefahr, wie sie Widmer-Schlumpf bei Annahme befürchtet, hat nichts damit zu tun, sondern kann nur durch gute Kontrollen und eine starke Armee verhindert werden. Unsere Soldaten sind da, um unsere Heimat zu beschützen und nicht in fremden Ländern tatenlos die Greueltaten gewisser Leute mit ansehen zu müssen. Früher wurden die Fremdenlegionäre bestraft, heute werden sie gefördert. Ich bin mir nicht sicher, ob unsere Bundesräte so blind sind, oder ob sie nur die Hosen voll haben? Gerade unsere «noch» freien Frauen sollten sich gut überlegen, was sie bei der Minarett-Initiative auf ihren Stimmzettel schreiben.
Niklaus Amacker, Winterthur