Klimakatastrophe
als Wahlkampfthema?
Bundesrat Moritz Leuenberger (damals Nationalrat) am 6. Februar 1985,
anlässlich der Sondersession zum Thema Waldsterben: "Es ist nicht
fünf vor zwölf, wie uns einige weismachen wollen, sondern es ist
längst zwölf Uhr gewesen. Die Sturzfahrt ist in den freien Fall
übergegangen." Jahre später stellte sich heraus, dass es nie
ein Waldsterben gegeben hat. Leuenberger vor ein paar Wochen: "Man musste
damals übertreiben, um etwas zu bewegen." Trotzdem blieben alle
diesbezüglichen Massnahmen, wie Subventionen an SBB und Forstwirtschaft,
entsprechende Regulierungen und zusätzliche Amtsstellen bestehen. Ihretwegen
wurde ja das Waldsterben herbeigeredet. Als Nachfolgethema wurde das Volk
mit dem Ozonloch und dem Ozon in der Luft erschreckt. Nachdem sich dieses
Thema erschöpft hatte, trat Feinstaub (verursacht vom Privatverkehr)
an dessen Stelle. Leuenberger war sicher nicht erfreut, als das unverdächtige
Paul-Scherrer-Institut herausfand, dass Holzheizungen und die SBB mehr Feinstaub
produzieren als der Privatverkehr. Und dass nur Dieselfahrzeuge ohne Partikelfilter
nennenswerte Mengen Feinstaub ausstossen. Trotzdem will Leuenberger reglementieren
und fiskalisieren wie einst zu Zeiten des Waldsterbens, nur - dem Trend der
Zeit gehorchend - mit dem Klimawandel als Aufhänger. Es stehen Wahlen
an und der sich abzeichnenden Stimmenverlust seiner Partei an die Grünen
könnte dank dem Klimawandel reduziert werden. Welches Verkehrsmittel
wählte aber Leuenberger, als er sich kürzlich zu einem privaten
Besuch nach Bonn begab? Nämlich den Bundesratsjet, nicht etwa den Zug!
Was wohl Leuenberger privat von der "Klimakatastrophe" hält?
Otto Weiersmüller,
Uetikon ZH