Sinn und Unsinn von Umfragen für 2011 und Vergleich mit Resultaten in kantonalen Wahlen
Kürzlich erschienen sind bereits erste Meinungsumfragen zu den bevorstehenden Wahlen 2011, die der SVP noch einen Wähleranteil von 22.7 % zugestehen. Hier war wohl der Wunsch Vater des Gedankens, die SVP endlich zurückzustutzen. Die kantonalen Wahlresultate seit 2007 bis und mit letzten Sonntag sprechen allerdings eine deutlich andere Sprache: In 14 von 17 Kantonen konnte die SVP zum grossen Teil markant zulegen, auch in der Exekutive. Die Linke musste in allen 17 Kantonalwahlen teilweise massiv Federn lassen. FDP und CVP hatten in 15 bzw. 14 Kantonen ebenfalls gewichtige Wählerverluste zu beklagen. Offenbar gibt ein grosser Teil der Wählerinnen und Wähler einer Partei mit einer klaren Haltung den Vorzug, einer Partei mit Ecken und Kanten, die sich exponiert und nicht scheut, die Dinge beim Namen zu nennen. Konkret: Viele Leute verstehen nicht mehr, warum sich sogenannt "lösungsorientierte" Kreise dafür einsetzen, dass kriminelle Ausländer hier bleiben dürfen. Genau dies geschieht mit dem hinterhältigen und trickreichen Gegenvorschlag zur SVP-Initiative. Dass 75 % der Stimmbevölkerung einen EU- oder EWR-Beitritt vehement ablehnen, lässt die konstruktiven Gutmenschen anscheinend völlig kalt. Ich bin zudem überzeugt, dass eine breite Mehrheit der Bevölkerung einem Demokratieabbau und der Abtretung von Macht an schweizerische und europäische Gerichte mit grösster Sorge entgegenblickt. Ein Ultra-Grüner in der Stadt Zürich soll kürzlich zu Protokoll gegeben haben, dass er keine andere Möglichkeit mehr sehe, als SVP zu wählen. Dies lässt den Schluss zu, dass, wenn sich die "Lösungsorientierten" (FDP, CVP und SP) nicht endlich dazu aufraffen, die Sorgen und Aengste der einfachen Bürger ernst zu nehmen, sich für 2011 über ihnen ein "Waterloo" zusammenbrauen könnte. Die erste Ausmarchung wird am 28. November stattfinden. Ich tippe auf einen durchschlagenden Erfolg für die SVP-Initiative und eine markante Abfuhr für den eilig zusammengezimmerten Gegenvorschlag. Auf diesen Resultaten können wir dann unsere Orakel für 2011 aufbauen.
Robert Nieth, Walchwil